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Ausland

Hilfslieferungen aus aller Welt erreichen Coronahotspot Indien

Montag, 3. Mai 2021

/picture alliance, Gaillard Romain, ABACA

Neu Delhi – Im Kampf gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 bekommt das von der Pandemie besonders stark getrof­fene Indien nun Hilfe aus aller Welt: Eine Bundeswehrmaschine brachte am Wochenende dutzende Beatmungsgeräte und Medikamente nach Neu Delhi, aus Frankreich trafen acht Sauerstoffproduktions­an­lagen und Beatmungsgeräte ein.

London versprach weitere tausend Beatmungsgeräte, nachdem es bereits eine erste Lieferung abge­schickt hatte. Die indischen Behörden meldeten derweil mit knapp 3.700 Toten binnen eines Tages so viele Corona­opfer wie noch nie.

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Indien erlebt derzeit eine heftige zweite Coronawelle. Das Gesundheitssystem ist völlig überlastet, vorges­tern und gestern wurden jeweils rund 400.000 Neuinfektionen pro Tag registriert. Der deutsche Botschaf­ter Walter Lindner sprach bei der Ankunft der deutschen Hilfslieferung in Neu Delhi von „herzzerreißenden Szenen“ in dem Land: „Die Leute sterben zum Teil vor den Krankenhäusern und haben keinen Sauerstoff mehr.“

Die Krankenhäuser in Neu Delhi veröffentlichen seit Tagen Hilferufe im Internet, weil sie nicht genügend Sauerstoff für COVID-19-Patienten haben. Vorgestern starben laut örtlichen Medienberichten bis zu zwölf Patienten in einem Krankenhaus der Hauptstadt, weil Sauerstoff für die Beatmungsgeräte fehlte. Premier­minister Narendra Modi erklärte, die Regierung prüfe derzeit, ob auch Stickstoffanlagen zur Produktion von Sauerstoff eingesetzt werden könnten.

An Bord der ersten deutschen Hilfsmaschine waren auch 13 Kräfte des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, die in den kommenden 14 Tagen vor Ort eine Anlage zur Gewinnung von Sauerstoff aufbauen und deren Bedienung erklären sollen. Die Sauerstoffanlage selbst wird laut Bundeswehr Mitte der Woche nach Indien geflogen.

„Im Kampf gegen die Pandemie müssen wir alle zusammenstehen“, hob das Bundesverteidigungs­ministe­rium auf Twitter hervor. „Die Welt ist nicht sicher, bis wir alle sicher sind. Es ist also dringend“, sagte Frank­reichs Botschafter Emmanuel Lenain gestern nach der Ankunft einer französischen Lieferung mit Sauer­stoffanlagen und Beatmungsgeräten in Neu Delhi. Am vergangenen Freitag war in Indien eine erste Hilfs­lieferung aus den USA eingetroffen.

Im Kampf gegen die Pandemie will Indien derweil seine Impfkampagne beschleunigen. Vorgestern wurden Coronaimpfungen für alle Erwachsenen freigegeben. Allerdings steht nicht genug Impfstoff zur Verfügung und Menschen unter 45 Jahren können sich nur online zur Impfung anmelden – für arme Bewohner ländlicher Gebiete ohne Internetanschluss ein Ding der Unmöglichkeit. © afp/aerzteblatt.de

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