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Ärzteschaft

KBV für Verschiebung nicht zu haltender Digitalisierungs­fristen

Montag, 3. Mai 2021

KBV-Vorstand Thomas Kriedel /Jürgen Gebhardt

Berlin – Eine Abschaffung des Sanktionsprinzips, die Verschiebung nicht zu haltender Fristen sowie praxis­orientierte Lösungen forderte heute Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesverei­nigung (KBV), bezüglich der weiteren Digitaliserung des Gesundheitssystems.

Im Rahmen der digitalen KBV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung verwies Kriedel auf die „unverzichtbare Rolle“ der ver­tragsärztlichen und vertragspsychotherapeutischen Praxen für den künftigen Erfolg der Digitalisierung.

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Unumgänglich sei das umgehende Abschaffen des Sanktionsprinzips. „Wenn Technik und Anwendungen gut sind, werden sie sich auch ohne Strafandrohung durchsetzen.“ Die Forderung gelte auch für bereits ange­drohte Sanktionen.

Man appelliere auch an den Gesetzgeber, die festgelegten Fristen die geplanten Starts mehrerer Anwen­dun­gen der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) zu verschieben. Dies gelte, so Kriedel, für die elektronische Patien­ten­akte (ePA), die elektronische Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung (eAU) sowie das elektronische Rezept (E-Rezept). Die derzeit gültigen Fristen seien unrealistisch – es fehlten die benötigten Konnektoren sowie die elektronischen Psychotherapeutenausweise beziehungsweise elektronischen Heilberufeausweise.

Grundsätzlich bedürfe es bei den Digitalisierungsbestrebungen eines Paradigmenwechsels in Legislative und Exekutive, so Kriedel. Man brauche „keine Gimmicks, Apps und pseudo-digitalisierten Verwaltungsab­läu­fe“.

Vielmehr müsse analysiert werden, welche Versorgungsprobleme und Defizite am drängendsten seien und welche Verbesserungspotenzial durch Digitalisierung aufweisen würden. Dann müssten entsprechende technische Lösungen erarbeitet werden – und nicht umgekehrt.

Anwendungen sollten dann nur mit vorherigen fundierten Beta-Tests und entsprechenden Optimierungen, gefolgt von realistischen Einführungsterminen und entsprechender finanzieller Erstattung in den Versor­gungsalltag eingeführt werden. Alle TI-bedingten Ausgaben müssten voll gegenfinanziert werden, forderte Kriedel.

Darüber hinaus warnte er auch vor weiteren Risiken: Je digitaler das Gesundheitswesen werde, umso mehr verschiebe sich die Gesundheitskompetenz hin zur Digitalkompetenz. Ein gutes Drittel der Menschen – da­von viele über 65 Jahre alt – fürchte schon jetzt, den Anschluss an die Gesundheitsversorgung zu verlieren, wenn mehr ins Digitale verlegt werde.

„Wenn Politik und Zivilgesellschaft hier nicht aufpassen, werden sie eine digitale Zwei-Klassen-Gesell­schaft heraufbeschwören, in der Millionen Menschen die angebotene medizinische Versorgung nicht wahrnehmen können.“ © aha/aerzteblatt.de

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