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Medizin

Studie: Einmalimpfung erzeugt bei Genesenen Immunität auch gegen Varianten von SARS-CoV-2

Montag, 3. Mai 2021

/picture alliance, ZUMAPRESS.com, Prabhat Kumar Verma

London – Bei Personen, die von COVID-19 genesen sind, kann eine einmalige Impfung die Immunität gegen SARS-CoV-2 deutlich verstärken. Nach einer Studie in Science (2021; DOI: 10.1126/science.abh1282) könnten die Geimpften auch vor den Varianten B.1.1.7 und B.1.351 geschützt sein, während die Immunität bei Personen ohne frühere COVID-19-Erkrankung nach der 1. Impfdosis deutlich schwächer ausfiel.

Viele Länder schieben derzeit die 2. Dosis der Impfung gegen COVID-19 hinaus, um rasch möglichst viele Menschen impfen zu können. Die Strategie wird mit den Daten der Zulassungsstudien gerecht­fertigt, in denen es bereits nach der 1. Impfung zu einer deutlichen Schutzwirkung kam – gegen das originale Wuhan-Virus.

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Mittlerweile wurde das Wuhan-Virus jedoch in vielen Ländern, so auch in Deutschland, durch die britische Variante B.1.1.7 verdrängt. Auch die südafrikanische Variante B.1.351 hat sich ausgebreitet. Ob die 1. Impfdosis auch gegen Infektionen mit den Virusvarianten schützt, ist nicht klar.

Ein Team um Rosemary Boyton vom Imperial College London hat Zweifel, dass der Impfschutz ausrei­chen könnte. Die Infektiologin hatte ursprünglich untersucht, wie sich eine frühere Erkrankung mit COVID-19 auf die Immunität auswirkt, die durch eine einzelne Dosis des Impfstoffs BNT162b2 von Biontech/Pfizer erzeugt wird. Die Laboruntersuchungen wurden bei 23 Personen durchgeführt, deren Erkrankung an COVID-19 bei der 1. Impfung im Mittel 39 Wochen zurücklag.

Die Ergebnisse waren sehr vielversprechend. Die Einzelimpfung der Genesenen erzielte eine deutliche Booster-Wirkung vor allem bei der T-Zell-Reaktion. Sie war bei 22 der Genesenen (90 %) nachweisbar gegenüber 16 von 23 Personen (70 %), die vor der 1. Impfdosis keinen Kontakt zum Virus gehabt hatten. Außerdem war die T-Zell-Antwort bei den Genesenen 7-fach stärker.

Die Forscherin hat dann untersucht, ob die 1. Dosis von BNT162b2, der das S-Gen des Wuhan-Virus enthält, auch eine Immunität gegen die Varianten B.1.1.7 und B.1.351 erzielt. Auch hier waren die Gene­senen im Vorteil. Bei allen kam es nach der Einmalimpfung zu einer starken Antikörperantwort gegen B.1.1.7, und bei 23 von 24 Genesenen waren die Antikörper auch in der Lage, B.1.351 zu neutralisieren.

Die Antikörperreaktion war gegen B.1.1.7 46-fach stärker als bei den nicht-vorerkrankten Personen nach der 1. Dosis. Bei B.1.351 war der Antikörperschutz sogar 63-fach stärker. Beunruhigend ist laut Boyton, dass 90 % (18/20) der nicht-vorerkrankten Personen keine neutralisierenden Antikörper gegen B.1.1.7 gebildet hatten, während ihr Immunsystem das Wuhan-Virus gut abwehrte.

Die fehlende Antikörperreaktion könnte durch eine starke T-Zell-Antwort ausgeglichen werden. Doch auch hier fiel die Immunität bei den Genesenen deutlich stärker aus.

Von Laboruntersuchungen kann nur bedingt auf die klinische Wirkung von Impfstoffen geschlossen werden. Die deutlich abgeschwächte Immunantwort von B- und T-Zellen lässt jedoch befürchten, dass eine einzelne Impfung nur einen begrenzten Schutz vor einer Infektion mit den neuen Virusvarianten bietet. Es könnte deshalb ein Fehler sein, die 2. Dosis zu lange hinauszuschieben oder ganz darauf zu verzichten. © rme/aerzteblatt.de

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singvogel
am Montag, 3. Mai 2021, 22:01

Test auf HCoV-OC43-Antikörper?

https://www.scinexx.de/news/medizin/corona-antikoerper-verraet-risiko-fuer-schweren-verlauf/
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