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Ärzteschaft

Hausärzte kämpfen mit enormem Misstrauen wegen Astrazeneca

Dienstag, 4. Mai 2021

/picture alliance, Fotostand / K. Schmitt

Karlsruhe – Hausärzte in Baden-Württemberg melden massive Probleme beim Impfen des Wirkstoffes Astrazeneca. „Wir diskutieren uns mit den Patienten dumm und dusselig“, sagte gestern Nicola Buhlinger-Göpfarth vom Landesvorstand des Hausärzteverbandes.

„Viele Praxen bekommen den Impfstoff wenn überhaupt nur mit maximalem Zeitaufwand an die Patienten“, berichtete die Pforzheimer Ärztin weiter. Das koste Zeit, die die Hausärzte nicht bezahlt bekämen, und vor allem: „Wir wissen genau, dass es hundert andere gibt, die sich damit gerne impfen lassen wollen.“

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Als Reaktion will Buhlinger-Göpfarth nun morgen vor einem Pforzheimer Supermarkt rund 250 Dosen Astrazeneca verimpfen, für die sie in ihrer Sprechstunde keine Abnehmer fand.

„Ich trau' mich jetzt einfach mal„, sagte sie zu der geplanten Aktion, über die auch die Pforzheimer Zeitung und die Badische Neusten Nachrichten berichtet hatten. Zwei Kolleginnen hätten sich ihr inzwischen an­geschlossen. Geimpft würden Impfwillige mit Impfberechtigung.

Die Kommunikation des Bundes zu dem Wirkstoff sei desaströs. Die Folgen würden auf dem Rücken der Hausärzte ausgetragen, so die Medizinerin weiter.

Astrazeneca war trotz seiner hohen Wirksamkeit wegen selten auftretender Blutgerinnsel im Zusammen­hang mit der Impfung in Verruf geraten. In Deutschland ist das Vakzin nur für Menschen ab 60 empfohlen.

In den Impfzentren im Südwesten nehmen Menschen ihren Termin mit Astrazeneca hingegen in der Regel wahr, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums. Übrig bleibende Dosen würden möglichst an andere Impfwillige gegeben. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #760232
penangexpag
am Mittwoch, 5. Mai 2021, 18:39

Die Blinden reden von der Farbe

So emotionsgesteuert die Regierung JETZT mit der durch "politischen Druck" erzeugten vorzeitigen Lockerungstendenz handelt - zu BEGINN der Krise Anfang 2020 waren ihre Entscheidungen durchaus vernünftig - gerade angesichts der noch sehr dürftigen Datenlage. Genau aus diesem Grund war sie auch bei der Bestellung von Impfstoffen zurückhaltend - und ist dafür nach allen Regeln der Polemik in die Pfanne gehauen worden - und auch heute wird diese Keule benutzt, obwohl ja nun Impfstoffe massenhaft geordert wurden. Doch siehe da : auf einmal will niemand diese Impfstoffe haben, obwohl JETZT durchaus belastbare Daten hinsichtlich des Risiko/Nutzenverhältnisses vorliegen. Die Schlußfolgerung aus diesem schizophrenen Verhalten ist ganz einfach: den Leuten war es lieber, NICHT zu wissen - oder aber "Hauptsache meckern".
Sagen wir es unumwunden : die Leute sind einfach überfordert mit einer eigenständigen rationalen Entscheidung. Deswegen bedarf es der entsprechenden glaubwürdigen Hilfe. Und das kann eine für manche unlösbare Aufgabe sein - wie man sieht.
p.s. Politik kann es niemals jedem recht machen und deshalb muß sich in einer Demokratie die Minderheit der Mehrheit zugesellen - mit allen Konsequenzen . Diese simple Tatsache ist unserer Gesellschaft, wo jeder glaubt machen zu können was er will, völlig verloren gegangen. Und gerade diese Egomanen berufen sich auf die Demokratie - da reden die Blinden von der Farbe.
Avatar #851086
TTU-Schöningen
am Mittwoch, 5. Mai 2021, 17:47

Aufklärung ....

Ja, Aufklärung wäre sehr wichtig bei Vektorimpfstoffen !!!
Zum Beispiel über
-die wahre Wirksamkeit von AZ (=60%) im Gegensatz zu Biontech (=95%) beträgt ( Quelle: EMA Dokumente).
- das AZ überhaupt nur einmalig immunisieren kann. Aufrischung mit gleichem Vektor nicht möglich.
- das AZ im Zellkern Veränderungen bewirken und durch Krebs verursachen
k a n n .
- von den möglichen tödlichen Nebenwirkungen ganz abgesehen.
- Aufklärung warum sowohl USA als auch Schweiz keine Zulassung erteilen. Und in skandinavischen Ländern AZ zurzeit garnicht mehr verimpft wird und die Dosen
" gespendet" bzw. abgegeben werden. Auch einige Deutsche sind nicht ganz blöd. ...
Avatar #830245
Hortensie
am Mittwoch, 5. Mai 2021, 17:22

Dann doch lieber nicht über die Fallzahlen berichten?

Als Bürger mit mind. einer Sinusvenenthrombose und einer Mikroembolie in der Vorgeschichte und mit erhöhtem Thromboserisiko will ich VOR einer Impfung aufgeklärt werden. Dazu gehört in 1. Linie, dass ich die Fallzahlen bei ALLEN Impfstoffen für schwere Gerinnungs-Ereignisse wissen will, um selbst entscheiden zu können, ob ich mich impfen lasse und dann mit welchem Impfstoff.
Mein Eindruck ist, dass über die Fallzahlen schwerer Ereignisse zu wenig informiert wird.
Die wenigen Sicherheitsberichte des PEI - der letzte mit Stand vom 2. 4. 21. - kommen sehr verschleppt, zumal sich zur Zeit viele Menschen impfen lassen sollen oder wollen.
Glaubt man wirklich, dass sich die Impfbereitschaft erhöht, wenn man die Fallzahlen von schweren Ereignissen und die Untersuchungsergebnisse zu jedem einzelnen Ereignis nicht zeitnah veröffentlicht?

Avatar #659995
Claus Günther
am Mittwoch, 5. Mai 2021, 15:45

Nutzen-Risiko-Aufklärung AstraZeneca

Aerzteblatt.de hätte den Hausärzten mehr Hilfe zur Nutzen-Risiko-Aufklärung bei AstraZeneca-Impfung anbieten können, wenn der Bericht vom 23.04.2021 zur EMA-Mitteilung die relevanten Grafiken enthalten hätte. So ist es sehr fraglich, ob die Hausärzte das Argument verwenden, dass 309 COVID-19-Todesfälle durch die erste Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff von 100.000 Personen 60 + verhindert werden können mit dem Risiko, dass 2 Personen 60+ eine thrombozytopenische Thrombose erleiden.
Siehe auch:
https://www.aerzteblatt.de/forum/141786#entry141786
https://www.aerzteblatt.de/forum/141873#entry141873
Avatar #760232
penangexpag
am Mittwoch, 5. Mai 2021, 14:32

Die ärztliche Überzeugungskraft

zit.("....Als Reaktion will Buhlinger-Göpfarth nun morgen vor einem Pforzheimer Supermarkt rund 250 Dosen Astrazeneca verimpfen, für die sie in ihrer Sprechstunde keine Abnehmer fand.....").
Die Einbeziehung der Arztpraxen war - niemand hat daraus ein Geheimnis gemacht - gerade damit sachlich begründet worden, daß es eben die Praxen sind, die die spezifischen Kenntnisse über die Patienten haben und daher das Risiko/Nutzen-Verhältnis (welches für KEINEN Impfstoff Null ist) individuelle abschätzen können. Bei einem "Willigen-Zulauf" vor dem Supermarkt ist dieses Kriterium hinfällig.
Und das soll nun egal sein ? Oder war die o.g. Begründung nur vorgeschoben ? Daß die Risiko-Abschätzung und die Vermittlung selbiger an die Patienten ggf. nicht ganz einfach sein würde - DAS sollte doch wohl vorher klar gewesen sein.
Avatar #79783
Practicus
am Dienstag, 4. Mai 2021, 22:08

Bevor der Impfstoff vernichtet wird...

solange wir Hausärzte für lächerliche 20€ pro Impfung "Restteverwertung" betreiben müssen, weil die Impfzenten Astra-Zeneca zurückweisen und nur Biontec verimpfen, sind solche Aktionen sinnvoll und notwendig!
Avatar #555822
j.g.
am Dienstag, 4. Mai 2021, 22:07

halbgebildete Bundesdeutsche ...

... mit Feinschmeckerallüren.
Uns geht es zu gut.
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