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Ausland

Vereinte Nationen: Millionen Tote wegen akuten Hebammenmangels

Mittwoch, 5. Mai 2021

/Belen B Massieu, stock.adobe.com

Genf/New York – Millionen von Frauen und Babys weltweit werden in der Schwangerschaft und bei der Geburt nicht fachgerecht betreut, weil hunderttausende Hebammen fehlen. Das kostet jedes Jahr Millionen Menschenleben, und viele weitere Mütter und Babys tragen durch Komplikationen bei der Geburt lebens­lange Schäden davon, wie UN-Organisationen heute berichteten.

Weltweit fehlten rund 900.000 Hebammen und Geburtshelfer, schreiben der Bevölkerungsfonds der Ver­einten Nationen (UNFPA), die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) und der internationale Verband der He­bammen (ICM). Das entspreche einem Drittel der nötigen Zahl. 93 Prozent der Fachleute sind Frauen.

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Die Coronapandemie habe die Krise verschärft, weil die Versorgung Schwangerer und Gebärender in den Hintergrund gerückt sei und mancherorts Hebammen zu anderen Diensten herangezogen würden. Wenn das Ausbildungstempo nicht erhöht werde, entspanne sich die Lage bis 2030 nur wenig, heißt es in dem Bericht.

2019 starben nach WHO-Angaben 2,4 Millionen Neugeborene in ihrem ersten Lebensmonat. 2017 starben 295.000 Frauen während der Schwangerschaft oder durch die Geburt, die bei richtiger Betreu­ung hätten gerettet werden können. 2015 schätzte die WHO die Zahl der Totgeburten auf 2,6 Millionen im Jahr.

Wenn alle Frauen weltweit rund um die Geburt richtig betreut würden, könnten bis 2035 rund zwei Drittel der Todesfälle bei Müttern verhindert werden, heißt es in dem Bericht. Die Fachzeitschrift The Lancet hatte über diesen Teil der Studie bereits im Dezember berichtet.

Ebenso könnten dann 64 Prozent der Todesfälle bei Neugeborenen und 65 Prozent der Totgeburten ver­hindert werden. Damit könnten dann im Jahr 4,3 Millionen Menschenleben gerettet werden, so der UN-Bericht. © dpa/aerzteblatt.de

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