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Brasiliens Ex-Gesundheits­minister beschuldigt Bolsonaro vor Untersuchungs­ausschuss

Mittwoch, 5. Mai 2021

Brasiliens ehemaliger Ge­sund­heits­mi­nis­ter Luiz Enrique Mandetta. /picture alliance, Agencia Brazil, Marcello Casal Jr

Brasília – Brasiliens Ex-Ge­sund­heits­mi­nis­ter Luiz Henrique Mandetta hat vor einem parlamentarischen Un­tersuchungsausschuss Vorwürfe gegen Präsident Jair Bolsonaro wegen dessen Umgang mit der Coronapan­demie erhoben.

Dieser habe wiederholt seine Warnungen ignoriert, dass seine Politik zu einem Zusammenbruch des Ge­sundheitssystems führen könnte, sagte Mandetta, der gestern als erster Zeuge von dem Gremium vernom­men wurde. Brasilien gehört zu den am härtesten von der Pandemie betroffenen Ländern der Welt.

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„Wir haben dem Präsidenten ausdrücklich empfohlen, seine Haltung zu ändern“, sagte Mandetta. Er habe den Staatschef „systematisch gewarnt“. Mandetta war im April des vergangenen Jahres zurückgetreten, nachdem er sich mit Bolsonaro wegen dessen Pandemiemanagement überworfen hatte.„Brasilien hätte mehr tun können“, sagte der ehemalige Minister.

Die vom Obersten Richter Luís Roberto Barroso Anfang April angeordnete Untersuchung durch das Ober­haus des Parlaments zu „möglichen Versäumnissen“ des Staatschefs im Coronakrisenmanagement könnte Bolsonaro schaden. Im kommenden Jahr finden in Brasilien Präsidentschaftswahlen statt.

Seit dem Beginn der Pandemie, die Bolsonaro konsequent kleingeredet hatte, sind in dem südamerika­ni­schen Land mehr als 400.000 Menschen in Verbindung mit dem Virus gestorben. Das ist die zweit­höchste Zahl nach den USA.

Inzwischen sieht sich der rechtsradikale Staatschef wachsendem Druck auch von Verbündeten im Parla­ment und aus der Wirtschaft ausgesetzt, effektiver gegen die Pandemie vorzugehen. © afp/aerzteblatt.de

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