NewsAuslandBiden will bis 4. Juli 70 Prozent aller Erwachsenen in den USA impfen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Biden will bis 4. Juli 70 Prozent aller Erwachsenen in den USA impfen

Mittwoch, 5. Mai 2021

/picture alliance, ZUMAPRESS.com, Paul Hennessy

Washington – US-Präsident Joe Biden wirbt mit der Hoffnung auf eine bevorstehende „Unabhängigkeit vom Virus“ für das rasche Vorantreiben der Coronaimpfkampagne in den Vereinigten Staaten. Bis Anfang Juli sollen nach seinem Willen rund 70 Prozent aller rund 260 Millionen Erwachsenen im Land mindes­tens die erste Impfung erhalten haben.

Zudem sollen bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli 160 Millionen Menschen bereits vollständig geimpft sein. „Wir werden es leichter machen als je zuvor, sich impfen zu lassen“, sagte Biden gestern.

Anzeige

Bislang haben Daten der Gesundheitsbehörde CDC zufolge 56 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Impfung erhalten. 105 Millionen Menschen gelten als vollständig geimpft. Um das neue Ziel zu errei­chen, müssten in den nächsten 60 Tagen fast 100 Millionen zusätzliche Impfungen erfolgen, erklärte das Weiße Haus.

Die Regierung werde dafür unter anderem die Apotheken anweisen, künftig auch Impfungen ohne vorhe­rige Terminvereinbarung zu ermöglichen. Rund 40.000 Apotheken bekommen ihren Impfstoff direkt von der Regierung.

Biden hatte den Amerikanern zu Beginn seiner Amtszeit versprochen, dass die massive Impfkampagne bis 4. Juli, dem Unabhängigkeitstag, eine gewisse Rückkehr zur Normalität ermöglichen werde. Sollte die Im­pfung von rund 70 Prozent der Erwachsenen bis dahin gelingen, werde man der Normalität deutlich näher­kommen, sagte Biden.

„Lasst uns in zwei Monaten unsere Unabhängigkeit als Nation feiern und unsere Unabhängigkeit vom Vi­rus.“ Bis dahin sollten sich alle Amerikaner aber weiter an die Coronavorsichtsmaßnahmen halten, mahnte Biden. Das Weiße Haus erklärte, das Erreichen der Schwelle von rund 70 Prozent geimpften Erwachsenen werde zu einem starken Rückgang der Coronainfektionen, Kranken­haus­auf­enthalte und Todesfälle führen.

Die Regierung treffe bereits Vorbereitungen, mit den Impfungen für Jugendliche im Alter von zwölf bis 16 Jahren zu beginnen, sagte Biden. Die zuständige Behörde FDA werde bald über die Zulassung des Impf­stoffs der Hersteller Pfizer und Biontech für diese Altersgruppe entscheiden. Sollte die Zulassung erfolgen, stünden 15.000 Apotheken bereit, Jugendliche zu impfen. Zudem würde auch Kinderärzten Impfstoff ge­liefert, erklärte Biden.

„Ich will, dass die Eltern in Amerika versichert sind: Sobald die Ankündigung kommt, sind wir bereit, zu handeln“, sagte er. Corona könne auch bei Jüngeren zu Erkrankungen führen, zudem könnten die Jugend­lichen Ältere anstecken und sollten daher geimpft werden, sagte Biden.

Um eine bessere Nutzung der Impfstoffe im Land zu erreichen, ändert das Weiße Haus zudem die seit Be­ginn der Impfkampagne Mitte Dezember genutzte Formel zur Verteilung der Dosen. Bislang bekamen alle Bundesstaaten die Impfstofflieferungen strikt proportional zur Zahl ihrer Einwohner.

Künftig können Staaten, die bereits mehr Vorrat haben als Nachfrage, auch nur einen Teil der ihnen zusteh­en­den Dosen abrufen. Der Überschuss geht dann zurück an den Bund und kann von Staaten, die mehr Impf­stoff brauchen, abgerufen werden, wie der Beamte in einem Briefing für Journalisten erklärte.

Am Höhepunkt der Impfkampagne in den USA wurden täglich mehr als drei Millionen Menschen geimpft. Inzwischen verlangsamt sich der Fortschritt insgesamt etwas – je nach Bundesstaat. Viele Staaten im Nord­osten haben bereits fast alle Dosen verimpft und bei anhaltend hoher Nachfrage große Fortschritte gemacht.

In anderen Bundesstaaten, wie zum Beispiel im südlichen Mississippi, fällt die Zahl der Impfungen hin­gegen seit Wochen ab. Dort hat nur etwa ein Drittel der Bevölkerung bislang mindestens eine Imp­fung erhalten. Im nordöstlichen Massachusetts hingegen haben fast 60 Prozent mindestens die erste Spritze erhalten.

Biden hat versprochen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle Erwachsenen im Land zu haben. In den USA werden vor allem die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer eingesetzt, bei denen jeweils zwei Spritzen nötig sind. Zudem wird das Präparat von Johnson & Johnson eingesetzt, das bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet.

Die US-Regierung hat sich genügend Impfstoff gesichert, um die Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen auch ohne weitere Präparate versorgen zu können. Die Impfstoffe von Astrazeneca und Novavax sind in den USA noch nicht zugelassen. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER