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Politik

Spahn mahnt trotz geplanter Lockerungen für Coronageimpfte zur Vorsicht

Mittwoch, 5. Mai 2021

/picture alliance, Wolfgang Kumm

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat ungeachtet der geplanten Lockerungen der Coronaregeln für Geimpfte zur Vorsicht gemahnt. Deutschland sei noch in der dritten Welle, sagte Spahn heute im ZDF-„Morgenmagazin“. „Wir müssen Zuversicht paaren mit Umsicht und Vorsicht.“

Der Minister begrüßte zugleich erneut die Erleichterungen für Geimpfte und Genesene, die bereits am Sonntag in Kraft treten könnten. Ein „einheitliches Vorgehen“ sei wichtig, sagte Spahn. Er finde die vor­ge­sehenen Lockerungen „ermutigend“. Es sei eine „gute Nachricht“, dass das Impfen dies möglich mache.

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Die Bundesregierung hatte die geplanten Lockerungen gestern auf den Weg gebracht. Das Bundes­kabinett beschloss dazu eine entsprechende Rechtsverordnung, die bis übermorgen Bundestag und Bundesrat pas­sieren soll.

Für Geimpfte und von einer Erkrankung Genesene sollen damit die geltenden Ausgangs- und Kontaktbe­schränkungen wegfallen, in vielen Bereichen etwa beim Einkauf oder beim Friseurbesuch werden sie zu­dem negativ Getesteten gleichgestellt.

Die Lage hat sich unterdessen in Deutschland leicht verbessert. Heute Morgen (Stand 5.15 Uhr) meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 18.034 registrierte Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden – ein Rück­gang von 19 Prozent im Vergleich zur Vorwoche (22.231 Neuinfektionen). Auch die Zahl der bundes­weit binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sinkt weiter: Sie liegt nun bei 132,8 (Vortag: 141,4; Vorwoche: 160,6).

„Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg“, hatte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, Sandra Ciesek, gestern Abend im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“ gesagt. Sie führt die positive Entwicklung auf das Impfen zurück, aber auch auf das veränderte Verhalten der Menschen und den beginnenden Sommer. „Das ist immer ein Zusammenspiel.“

In der vergangenen Woche sank die 7-Tage-Inzidenz erstmals wieder in allen Altersgruppen, wie das RKI in seinem Lagebericht von gestern Abend schreibt. In drei Bundesländern – Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein – liegt die 7-Tage-Inzidenz nun unter 100. Mecklenburg-Vorpommern, Branden­burg und Berlin sind kurz vor Erreichen dieser Marke.

Auch auf den Intensivstationen, wo positive Entwicklungen erst mit einiger Verspätungen spürbar werden, scheint sich die Lage mindestens zu stabilisieren. Gestern lag die Zahl der versorgten Patienten bei 4.955 Fällen, auch hier zeigt die Kurve seit Ende April tendenziell nach unten. „Der Anstieg bei der Zahl an inten­sivpflichtigen Patientinnen und Patienten scheint aktuell gestoppt“, schreibt das RKI.

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben von heute binnen 24 Stunden 285 neue Todesfälle verzeich­net. Vor genau einer Woche waren es 312 Tote. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteili­gung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 83.876. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie in Deutschland nachgewiesenen Infektionen stieg auf 3.451.550. Die Zahl der Genesenen gab die Behörde mit 3.084.700 an.

Seit über einer Woche – seit dem 27.4. – liegt auch der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert laut RKI-Lage­bericht unter dem kritischen Wert von 1. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Gestern Abend lag der Wert bei 0,82 (Vortag: 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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