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Lebensqualität von Demenzkranken in Deutschland überwiegend gut

Donnerstag, 6. Mai 2021

/picture alliance, Bernd Thissen

München – Die Lebensqualität von Menschen in Deutschland mit einer fortgeschrittenen Demenz ist überwiegend gut – unabhängig davon, ob die Erkrankung bei ihnen früh oder spät begonnen hat oder ob sie zu Hause oder in einem Pflegeheim betreut werden.

Das berichten Wissenschaftler der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München (MRITUM) in zwei Beiträgen im Journal of Alzheimers Disease (2021; DOI: 10.3233/JAD-201302 und DOI: 10.3233/JAD-210046).

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Für die Studie untersuchten Janine Diehl-Schmid, Julia Hartmann und Carola Roßmeier fast 200 Men­schen mit fortgeschrittener Demenz im Heim und zu Hause. 93 von ihnen litten an früh beginnender, 98 an spät beginnender Demenz. Außerdem befragten sie 100 Hinterbliebene von kürzlich verstorbenen Menschen mit Demenz.

Ein Ergebnis der Untersuchungen ist, dass die Lebensqualität der Menschen in fortgeschrittenen Stadien der Demenz überwiegend gut war, und zwar unabhängig davon, ob sie an einer früh oder spät beginnen­den Demenz litten oder ob sie zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung betreut wurden.

„Damit konnte die Annahme widerlegt werden, dass Menschen mit früh beginnender Demenz in unserem Gesundheits­system, das auf Ältere zugeschnitten ist, weniger gut versorgt sind“, hieß es aus der Arbeits­gruppe. Am Lebensende gab es nur geringe Unterschiede zwischen Patienten mit früh und spät einset­zender Demenz.

Menschen mit früh beginnender Demenz hatten weniger physische Begleiterkrankungen und wurden in den letzten drei Lebensmonaten seltener in ein Krankenhaus eingewiesen. Insgesamt wurden 38 Prozent der an Demenz Erkrankten in den letzten drei Lebensmonaten mindestens einmal stationär behandelt.

Die meisten Demenzkranken, die am Lebensende in einer Pflegeeinrichtung lebten, starben dort – und nicht in einer Klinik. Hingegen wurden 38 Prozent der Menschen mit Demenz in häuslicher Versorgung vor ihrem Tod in ein Krankenhaus eingewiesen.

„Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass Angehörige zu wenig professionell unterstützt und begleitet wurden, um den Betroffenen ein friedvolles Sterben zu Hause zu ermöglichen“, so die Forscher.

Die „Qualität des Sterbens“ unterschied sich zwischen den einzelnen Patienten laut den Forschenden deutlich. In 60 Prozent der Fälle gaben die Angehörigen an, die Patienten seien „friedlich“ verstorben.

Bei den anderen 40 Prozent lagen jedoch deutlich belastende Symptome vor. Am häufigsten wurden Kurzatmigkeit und Unbehagen angeführt. Ob die Patienten in ihrer gewohnten Umgebung oder im Krankenhaus starben, machte dabei laut der Untersuchung keinen Unterschied. © hil/aerzteblatt.de

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