NewsVermischtesE-Zigaretten sind Suchtmittel
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

E-Zigaretten sind Suchtmittel

Donnerstag, 6. Mai 2021

/picture alliance, PETER SCHNEIDER

Hamm – Experten der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) haben sich in einer neuen Stellung­nahme festgelegt: Sie bewerten die E-Zigarette als Suchtmittel.

„Es ist derzeit kein positiver Effekt von E-Zigaretten in der Gesamtbevölkerung zu sehen, weder für Nicht­rauchende, die in der Gesamtbevölkerung mit 75 Prozent die Mehrheit darstellen noch für die meisten Tabakrauchenden“, heißt es in der DHS Stellungnahme.

„Mithilfe von E-Zigaretten wird ein neuer Suchtmittelmarkt auf der Basis des hochwirksamen Nikotins aufgebaut, nachdem es langsam, aber stetig zu einem Rückgang des Tabakrauchens gekommen war“, warnen die Autoren.

Die Produktpalette mit bunten, vielversprechenden Aromen ziele auf den Markt der Kinder und Jugend­li­chen, von denen mittlerweile mehr E-Zigaretten und E-Shishas zusammenge­nommen ausprobiert hätten als Tabakzigaretten, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Strittig ist eine Schadensminderung durch E-Zigaretten: Die sogenannte Harm-Reduction zielt darauf ab, tabakbedingte Gesundheitsschäden bei Rauchenden durch einen Umstieg auf vermeintlich weniger schädliche Nikotinprodukte zu vermindern. Wegen der uneinheitlichen Befundlage sieht die DHS eine Schadensminderung durch E-Zigaretten zum jetzigen Zeitpunkt als nicht belegt an.

Die DHS rät allen Rauchenden, die den Ausstieg aus der Tabakabhängigkeit nicht aus eigener Kraft schaffen, sich Unterstützung zu suchen. Empfehlenswert seien dazu anerkannte Suchttherapeuten sowie Ärzte, die Strategien in der Entwöhnung anwenden, deren Wirksamkeit nachgewiesen ist, so die Autoren der Stellungnahme.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) lehnt E-Zigaretten und Tabakerhitzer zur Tabakentwöhnung ab. Die Fachgesellschaft fordert stattdessen stärkere Anstren­gungen zur Prävention und Behandlung der Tabakabhängigkeit. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #883641
Dirk K
am Dienstag, 18. Mai 2021, 09:33

Suchtmittel Nikotin

Jeder, der Nikotin süchtig ist, spürt jeden Tag, dass es sich um eine echte Sucht handelt. Es gibt aber nun mal Mio von Menschen, die nicht davon loskommen. Und dieser Fakt wird selbstverständlich zu Geld gemacht. Deshalb sind Nikotinkaugummis und Pflaster gut und wichtig, denn hier wird von von der Pharmaindustrie viel Geld generiert und eZigaretten selbstverständlich schlecht, weil hier nur ein Bruchteil des Gewinns abgegriffen werden kann. Jeder Nikotinsüchtige, der Zigaretten gegen Liquid tauscht, merkt innerhalb weniger Tage, dass es deutlich weniger Probleme gibt. Dazu braucht man keine Studien, es würde reichen, mal eine Umfrage zu machen, gibt ja genug Leute. Die ganzen Schlauschwätzer, die das Gegenteil behaupten, sind wie Blinde, die Farbkreisen analysieren. Niemand von diesen ausschließlich Gewinn orientierten Egoisten ist auch nur ansatzweise daran interessiert, Süchtigen wirklich zu helfen. Sie werden ausschließlich finanziell abgemolken. Ein Problem gibt es dabei nie, weil die ganzen Nikotinsüchtigen in der Allgemeinheit ja eh nur als asozial Elemente gelten. Nikotinersatzpräparate werden mit jeder Zigarettenverteuerung teurer, was unterstreicht, dass niemand daran interessiert ist, dass eine echte Alternative zu Zigaretten entstehen soll. Unsere Jugendlichen und jungen Erwachsenen können sich jedes WE oder auch gerne öfter, gnadenlos mit Alkohol abschädeln, hier sind keine echten Preiserhöhungen im Gespräch. Das ist einfach gesellschaftskonformes Verhalten. Wir leben in einer Welt von dumm-manipulierten Schafen, die ohne zu überlegen, echtes Leben gegen ein neues iPhone eintauschen würden. Licht am Ende des Tunnels sehe ich da nicht mehr.
Avatar #767798
Cryonix
am Samstag, 15. Mai 2021, 17:18

Nikotin ist minder suchterzeugend @mststgt

schreibt bereits SCENIHR 2010 (1) für die EU Kommission:

4. "Tierstudien zeigen, dass pures Nikotin nur wenig Suchtpotenzial aufweist. Aus Studien über menschlichen Drogenkonsum geht dagegen hervor, dass Tabak über ein sehr hohes Suchtpotenzial verfügt."

In Haustein, Groneberg "Tabakabhängigkeit" (2) ist den NRT (Nikotin-Ersatz-Produkten) unter 13.2.3 ein eigenes Kapitel gewidmet. Außer einer einschränkenden Bemerkung kein Hinweis auf Suchterzeugung durch Nikotin, welches in Reinform gegeben wird. Ebenda:

"Sehr selten kommt es auch im Rahmen einer Entwöhnungsbehandlung mit Nikotinpräparaten zu einer Abhängigkeitsreaktion" (S. 522 ff)

Der Standard-Fragebogentest nach Fagerstroem wurde vom Autor daselbst von "Nikotinabhängigkeit" in "Tabakabhängigkeit" umbenannt.(3)

Nikotinersatzprodukte unterliegen in anderen Ländern keiner Verschreibungs- und Apothekenpflicht. Dort sind sie in Supermärkten und Drogerien frei erhältlich und für Kinder bereits ab 12 Jahren anwendbar.
(Nicorette Inhaler, Spray, UK Version, McNeil Pharma (Subsidiary of J&J): "For adults and children 12 years and over")

Es wird deutlich und letztlich ist das auch allen Experten bekannt: die fortwährend geframte Nikotinabhängigkeit gibt es so nicht! Es sind vielmehr weitere Inhaltsstoffe im Tabak, die im Zusammenspiel mit Nikotin die Abhängigkeit vom Tabakrauch verursachen. Davon sind besonders zu nennen: Harman und Norharman, beides Alkaloide und potente MAO-Hemmer.

Gäbe es die Nikotinabhängigkeit mit hohem Suchtpotential, hätten alle nikotinhaltigen Ersatzprodukte niemals Zulassungen von den Aufsichtsbehörden erhalten.

(1) https://ec.europa.eu/health/scientific_committees/opinions_layman/tobacco/de/index.htm#4

(2) Haustein, Groneberg: "Tabakabhängigkeit", Springer, 2. Aufl. 2008, ISBN 978-3-540-73308-9; DOI: 10.1007/978-3-540-73309-6

(3) Fagerström, K.O. Determinants of tobacco use and renaming the FTND to the Fagerström test for cigarettedependence. Nicotine Tob. Res. 20
Avatar #723606
mststgt
am Freitag, 7. Mai 2021, 06:53

Nicorette & Co?

Warum sind die Produkte von Nicorette (die es übrigens auch mit Fruchtgeschmack gibt) kein Suchtmittel?
Kann das jemand bitte mal pharmakologisch erklären - oder ist das eine ideologische Abgrenzung?
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER