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Ärzteschaft

Ärztetag beschließt neuen Facharzt für Infektiologie

Mittwoch, 5. Mai 2021

/MQ-Illustrations, stock.adobe.com

Berlin – Die Delegierten des 124. Deutschen Ärztetags haben heute die Einführung eines „Facharztes für Innere Medizin und Infektiologie“ beschlossen. Nach angeregter Debatte stimmten 130 der Delegierten für den Antrag, 89 dagegen und acht enthielten sich.

Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hatte den Antrag auf Anregung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) gestellt.

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„Ziel der Einführung der Facharztweiterbildung ‚Innere Medizin und Infektiologie‘ ist die Verbesserung der Versorgungsqualität im Bereich der Infektiologie“, heißt es in dem Antrag.

„In Deutschland liegt neben der Zusatzweiterbildung Infektiologie aktuell keine vertiefende klinische Fach­arztkompetenz vor, wodurch eine strukturelle Unterversorgung insbesondere bei schweren und kom­plikativ verlaufenden Infektionskrankheiten besteht.“

Ständig wachsender Bedarf

Auch die COVID-19-Pandemie habe noch einmal sehr deutlich gezeigt, welche Bedeutung Infektions­krankh­eiten für die Medizin und die Gesellschaft insgesamt hätten.

„Allgemein belegen die Entwicklun­gen der letzten Jahre einen ständig wachsenden Bedarf an klinischer Infektiologie und es ist zu erwar­ten, dass Infektionskrankheiten weiter an Bedeutung zunehmen werden“, heißt es in dem Antrag. Die Zusatzweiterbildung „Innere Medizin und Infektiologie“ bleibe erhalten.

In der Diskussion hatte Uwe Köhler aus Sachsen seine Sorge geäußert, dass die Einführung eines eige­nen Facharztes für Infektiologie zu einem Kompetenzverlust in den anderen Fachgebieten führen würde.

„Die Infektiologie ist ein Querschnittsgebiet“, sagte Köhler. „Wir brauchen die Kompetenz der Infektio­logie in vielen Fachgebieten: In der Inneren Medizin, aber auch in der Pädiatrie und in der Chirurgie.“ Es sei ein Fehler, wenn diese Kompetenzen in der Inneren Medizin angesiedelt würden.

Kompetenz der Ärzteschaft stärken

Christoph von Ascheraden aus Baden-Württemberg meinte, es sei realitätsfern, alle Inhalte der Infektio­logie im Rahmen der Zusatzweiterbildung innerhalb von zwölf Monaten zu erlernen. „Wir haben jetzt auf allen Ebenen einen hohen Bedarf an infektiologischer Kompetenz“, sagte er. „Ich bin überzeugt, dass ein neuer Facharzt für Infektiologie die Kompetenz der Ärzteschaft stärken wird.“

Die Weiterbildungszeit für die neue Facharztweiterbildung beträgt 72 Monate im Gebiet „Innere Medizin“, von denen 36 Monate in „Innere Medizin und Infektiologie“ abgeleistet werden müssen.

Sechs Monate können in den Bereichen Hygiene- und Umweltmedizin, Mikrobiologie, Virologie und Infek­tions­epidemiologie und/oder in Öffentlichem Gesundheitswesen angerechnet werden. 24 Monate müssen in der stationären Patientenversorgung abgeleistet werden, sechs Monate in der Notaufnahme und sechs Monate in der Intensivmedizin. © fos/aerzteblatt.de

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