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DRK: Brauchen zwei Milliarden jährlich für Bevölkerungsschutz

Donnerstag, 6. Mai 2021

/picture alliance, Sebastian Willnow

Berlin – Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hält deutliche Verbesserungen im Bevölkerungsschutz für er­forderlich. „Wir müssen für künftige Krisen, nicht nur für Pandemien, besser gewappnet sein. Notwen­dig ist deshalb ein Sofortprogramm des Bundes, um die Menschen in Krisensituationen besser schützen zu können“, sagte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt heute in Berlin.

Unter anderem müsse der Freiwilligendienst im Bevölkerungsschutz ausgebaut werden. „Wir sehen hier allein beim DRK einen Bedarf von zusätzlich 5.000 Plätzen in den Freiwilligendiensten“, so Hasselfeldt.

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Nach Einschätzung von DRK-Generalsekretär Christian Reuter reichen die im Haushalt des Bundesinnen­ministeriums vorgesehenen 700 Millionen Euro nicht aus für einen nachhaltigen und umfassenden Be­völkerungsschutz. Notwendig seien dafür mindestens zwei Milliarden Euro jährlich oder umgerechnet 0,5 Prozent des Bundeshaushaltes.

Das DRK und andere anerkannte Hilfsorganisationen könnten zudem erweiterte Erste-Hilfe-Kurse und eine Basisausbildung für ehrenamtliche Pflegeunterstützungskräfte anbieten. Ziel sei es, ein Prozent der Bevölkerung in fünf Jahren entsprechend zu schulen.

Auch der Aufbau einer nationalen Betreuungs­reserve mit bundesweit zehn Logistikzentren muss aus Sicht des DRK vorangebracht werden, und Erste-Hilfe-Inhalte sollten in den Lehrplänen von Grund- und weiterführenden Schulen aufgenommen werden.

Zugleich zeigt sich laut einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag des DRK, dass das ehrenamt­liche Engagement in Deutschland auch während der Coronapandemie groß ist.

Demnach sind immerhin 35,6 Prozent der erwachsenen Bevölkerung ehrenamtlich tätig, 77,4 Prozent davon mehrmals im Monat. 69,2 Prozent der Ehrenamtlichen sprechen allerdings von starken bis sehr starken Einschränkungen während der Pandemie.

52,4 Prozent aller befragten Personen könnten sich vorstellen, künftig ehrenamtlich aktiv zu werden; darunter besonders viele junge Leute. Jeder zweite Befragte überlegt, sein bisheriges Engagement nach Ende der Pandemie zu verstärken. © kna/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #830245
Hortensie
am Freitag, 7. Mai 2021, 11:19

Schutz vor künftigen Pandemien: sehr späte Erkenntnis

Wenn man weiß, dass das RKI 2012/2013 genau die jetzige Corona-Pandemie bis ins Detail vorhergesagt hatte und wenn man dann noch weiß, dass dies zu keinerlei Maßnahmen in Bezug auf Vorsorge für die Bevölkerung geführt hat und so den Tod vieler Menschen in den ersten Monaten der Pandemie mitverursacht hat (z. B. in Altenpflegeheimen), dann fragt man sich schon, wieso es erst zu der vorhergesagten Pandemie hat kommen müssen, bis Verantwortliche feststellen, dass man für solche Krisen vorsorgen muss?
Ich bin sehr enttäuscht von der dt. CDU-Regierung. Denn die war 2012 (und bereits zuvor) in der Regierungsverantwortung und hat nichts zum Schutz der Bevölkerung getan. Das mag daran liegen, dass die CDU schon immer eine Kleintel-Partei war.
LNS
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