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Politik

Coronaregeln werden für Geimpfte und Genesene gelockert

Freitag, 7. Mai 2021

/picture alliance, Oliver Dietze

Berlin – Für vollständig Geimpfte und von Corona Genesene werden die Pandemieregeln gelockert. Einen Tag nach dem Bundestag passierte die entsprechende Verordnung heute auch den Bundesrat. Wenn sie nun zügig im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wird, könnten die Lockerungen bereits am Wochenende gelten.

Laut Verordnung fallen nun etwa Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für vollständig Geimpfte und Genesene weg. Bei Treffen mit anderen Personen werden sie nicht mitgezählt. Also könnten sich zum Beispiel auch in Regionen mit hohen Infektionszahlen zwei nicht geimpfte Menschen mit einer unbe­grenzten Zahl Geimpfter treffen. Geimpfte müssen zudem in Läden oder beim Friseur keinen Test mehr machen.

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Abendliche Ausgangsbeschränkungen fallen für beide Gruppen ebenfalls weg, nach Reisen oder nach Kontakt zu Infizierten müssen sie in der Regel auch nicht mehr in Quarantäne – außer man hat sich mit einer in Deutschland noch nicht verbreiteten Virusvariante angesteckt oder man reist aus einem Virus­va­riantengebiet ein. Auch Geimpfte und Genesene müssen aber weiter Masken an bestimmten Orten und in Gebäuden tragen und Abstandsregeln befolgen.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte gestern im Bundestag betont, rechtsstaatliche Grund­sätze müssten gerade auch in Krisenzeiten gelten. Grundrechte könnten eingeschränkt werden, um Leben und Gesundheit zu schützen und die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems sicherzustellen.

Da nach wissenschaftlicher Expertise des Robert-Koch-Instituts (RKI) Geimpfte und Genesene andere Menschen zumindest in deutlich geringerem Maße infizieren könnten, falle der Grund für Grundrechts­einschränkungen aber weg.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) forderte die Geimpften zu einem „verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Glück“ auf. Sie sollten sich nicht zu überschwänglich verhalten, um Frustra­tion und Neid derer vorzubeugen, die sich noch nicht impfen lassen können. © dpa/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #872221
docsilva
am Dienstag, 11. Mai 2021, 15:40

Geimpfte und Genesene

Selbstverständlich gibt es Studien zur Infektiosität der Geimpften und Genesenen, denenzufolge beide keine anzüchtbaren Viren mehr tragen, und das seit Ende März.
Nachweisen kann man selbstverständlich beides: per Impfpass und per Attest vom Gesundheitsamt bzw. vom Arzt, ggf. sogar die Höhe der Antikörper.
Grundrechte dürfen uns nicht länger vorenthalten werden, wenn es keine Begründung mehr gibt.
Und seit sich wirklich jeder beim Hausarzt impfen lassen kann, mit AstraZeneca (ein schlechtgeredeter Impfstoff, solange keine Kontraindikationen bestehen), sollten auch keine Neiddebatten geführt werden.
Die Impftechnologie ist definitiv eine Innovation, und ob es unerwünschte Auswirkungen gibt, wissen wir erst in einigen Jahren.
Aktuell haben wir keinen anderen Weg als diesen, und aus meinem bisherigen Fachverständnis heraus könnte das ohnehin ein Durchbruch in der Impftechnologie der Zukunft sein - der im übrigen nicht absolut neu ist: s. Ebola.
Avatar #864077
miwessel
am Freitag, 7. Mai 2021, 19:47

Keine Evidenz

Es gibt keine Evidenz als Grundlage für diese Entscheidung. Sie wurde quasi "auf Tagesbasis" gefällt. Es liegen dagegen auch Studien vor, die nahelegen, dass auch Geimpfte das Virus in erheblicher Weise weitergeben können.
Außerdem fragt sich die Gesellschaft gerade, wie der Status eines "Genesenen" (m/w) nachgewiesen werden soll. Hierzu habe ich noch überhaupt nichts gefunden - Ausschweigen? Ein positiver PCR-Test in der Vergangenheit, ggfs. nicht älter als 6 Monate? Völlig unklar. Und wäre rechtlich auch nicht ok aufgrund der statistischen Probleme mit dem asymptomatischen Test.
Und dann habe ich eine Kollegin, die hatte augenscheinlich die Erkrankung Covid-19, aber bei negativem PCR-Test - und ein zweiter wurde nicht gemacht.
Das ist alles völliger Unsinn.
LNS
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