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Politik

RKI-Chef Wieler gegen schnelle Lockerungen der Coronamaßnahmen

Freitag, 7. Mai 2021

Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) , spricht bei der wöchentlichen Pressekonferenz in der Bundespressekonferenz zur aktuellen Coronalage. /picture alliance, Michael Kappeler

Berlin – Auf Geduld und vorsichtige Öffnungsschritte dringt der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. Zwar gebe es Fortschritte bei der Coronapandemiebekämpfung, dennoch blieben noch Maßnahmen zur Kontaktreduktion und die Einhaltung der Regeln nötig, betonte Wieler heute.

Die gegenwärtige Entwicklung mit sinkenden Inzidenzen, leicht sinkender Belegung der Intensivstation und immer mehr Impfungen gebe Hoffnung, „dass wir die Pandemie bald kontrollieren können“, so Wieler.

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Allerdings würde sich das SARS-CoV-2-Virus wieder rasant ausbreiten, wenn man schlagartig alle Maß­nahmen aufhebe – deshalb dürfe man nicht ungezielt lockern. Zudem gebe es auf den Intensiv­stationen bisher nur einen Rückgang der Patientenzahlen bei den leichteren COVID-19-Fällen.

Mit zunehmenden Impfungen von Woche zu Woche könnten aber nach und nach auch einzelne Maßnah­men zurückgenommen werden. „Die steigende Impfquote wird in absehbarer Zeit sehr spürbare Erleich­terungen bringen“, stellte Wieler in Aussicht.

Bis man aber weitgehend auf Maßnahmen und Regeln verzichten könne, müsse der Anteil der immunen Menschen in der Bevölkerung deutlich über 80 Prozent liegen. Auch dann werde es noch Infektionen und Ausbrüche geben, aber keine Wellen mehr. „Dann haben wir die Pandemie unter Kontrolle“, sagte Wieler.

Auch Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) warnte vor Sorglosigkeit aufgrund der sinkenden Coronainfektionszahlen. Wegen des umsichtigen Verhaltens der Bürger und der Wir­kung der Bundesnot­bremse sänken die Infektionszahlen zwar, befänden sich aber noch immer auf hohem Niveau. Nun müsse der Abwärtstrend verstetigt und ein Wiederanstieg der Zahlen verhindert werden.

„Das geht aber nicht mit vorschnellen Lockerungen. Zu viele öffnen gerade ziemlich viel bei relativ hoher Ausgangsinzidenz“, betonte Spahn. Zwar gebe es „berechtigte Zuversicht“, aber noch sei Umsicht und Vorsicht geboten. Zuviel Ungeduld helfe nur dem Virus, so der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter. Dort, wo Lockerungen stattfinden, sollten diese im Außenbereich und „testgestützt“ erfolgen.

Entlastung in den Krankenhäusern

„Wir erkennen einen stabilen positiven Trend. Seit dem 26. April ist die Belegung mit COVID-19-Patien­ten auf den Intensivstationen um fast zehn Prozent gesunken", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. Aktuell befinden sich 4.732 COVID-19-Intensiv­patienten in den deutschen Krankenhäusern. Der Höchststand der dritten Welle am 26. April lag bei 5.106 Patienten.

„Angesichts der ebenfalls deutlich sinkenden Zahl der Neuinfektionen und eines R-Werts stabil unter 1, können wir sicher mit einer weiteren Entlastung der Krankenhäuser in den kommenden Wochen rech­nen“, so Gaß weiter. Erfahrungsgemäß hätten die Belegungszahlen immer einen Nachlauf von zehn bis 14 Tagen hinter den Entwicklungen der Neuinfektionen.

Bundesweit sank die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen nach Angaben des RKI von heute weiter auf nun 125,7. Vor einer Woche waren es 153,4. Es gab 18.485 Coro­na­­neuinfektionen binnen eines Tages. Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stun­den 284 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 306 Tote.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von gestern Abend bei 0,88 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektions­geschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. © dpa/aha/aerzteblatt.de

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