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Politik

Johnson & Johnson: Altersbegrenzung eingezogen, freiwillige Impfung möglich, Freigabe der Priorisierung

Montag, 10. Mai 2021

/ltyuan, stock.adobe.com

Berlin – Für das Coronavakzin von Johnson & Johnson empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) ab sofort eine Altersgrenze. Die Ge­sund­heits­mi­nis­ter von Bund und Ländern haben heute reagiert.

Die Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz (GMK) verständigte sich darauf, dass das Vakzin für Menschen über 60 Jahren regelhaft zum Einsatz kommen soll. Darüber hinaus dürften Menschen unter 60 Jahren „nach
ärzt­licher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz“ entscheiden, ob sie mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft werden wollen.

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Das Vakzin erhält damit eine grundsätzliche Altersvorgabe wie auch der Impfstoff von Astrazeneca. Grund sind auch bei Johnson & Johnson Fälle von seltenen Thrombosen im Gehirn. Die GMK schreibt in ihrem Beschluss dazu, man nehme die „berichteten Fälle von Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang
mit einer Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson (J&J) ernst.“

Die STIKO hatte heute vor dem Hintergrund dieser berichteten Fälle ein Stellungnahmeverfahren zu einem überarbeiteten Beschlussentwurf ihrer COVID-19-Impfempfehlung eingeleitet. Darin schlägt die STIKO die Empfehlung einer Verimpfung des Impfstoffs von J&J für Personen im Alter >60 Jahren vor.

Nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz durch den Patienten soll die Impfung – analog wie bei Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca – auch bei jüngeren Impfwilligen möglich sein.

Die Ge­sund­heits­mi­nis­ter hoben heute auch die Priorisierung von des Impfstoffs von Johnson & Johnson auf. „Um unter diesen Umständen eine effiziente Organisation der Schutzimpfungen sowie eine zeitnahe Verwendung vorhandener Impfstoffe von J&J sicherzustellen, erfolgt auf Grundlage des § 1 Abs. 3 der Coronavirus-Impfverordnung des Bundes für diesen Impfstoff bei den geplanten Impfungen in den Arztpraxen und durch Betriebsärzte keine weitere Priorisierung“, heißt es von der GMK.

Es sei wichtig, Tempo bei der Impfkampagne zu halten, begründete Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) heute Vormittag die Entscheidung für die Priorisierungsfreigabe. Derzeit seien bereits rund 60 Prozent der über 60-Jährigen mindestens einmal gegen SARS-CoV-2 geimpft. Die anderen dürften seiner Einschätzung nach bereits Impftermine haben. Er gehe davon aus, dass die meisten Menschen über 60 Jahren Ende Mai oder Anfang Juni geimpft sein werden.

Darüber hinaus werde ein Großteil der Lieferung von Johnson & Johnson erst ab Juni erwartet. Spahn geht von 1,1 Millionen Dosen des Vakzins bis Ende Mai und weiteren acht Millionen Dosen bis Ende Juni aus. Insofern wolle man nun allen die Möglichkeit geben, nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoabwä­gung sich für das Vakzin von Johnson & Johnson zu entscheiden.

Der Vorteil sei, dass der Wirkstoff bereits nach einmaliger Impfung seine volle Wirksamkeit entfalte. Aber es gebe eben auch wie aus den USA gemeldet „sehr, sehr seltene, aber auch sehr ernsthafte Nebenwir­kun­gen“, sagte Spahn. „Eine Hirnvenenthrombose ist sehr ernst zu nehmen.“ © may/aerzteblatt.de

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