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Ausland

SOS Méditerranée beklagt erschwerte Bedingungen für Seenotrettung

Montag, 10. Mai 2021

/picture alliance, Hans Lucas

Berlin – Die Hilfsorganisation SOS Méditerranée hat auf die erschwerten Bedingungen bei der Rettung von Geflüchteten während der Coronapandemie hingewiesen. „Es war ein besonders schwieriges Jahr für die zivile Seenotrettung“, erklärte die Organisation in ihrem gestern veröffentlichten Jahresbericht für 2020.

Als besondere Herausforderungen nannten die Seenotretter die De-facto-Schließung von Häfen in Itali­en und Malta, lange Quarantänezeiten sowie die Coronamaßnahmen an Bord der Schiffe. „Im Laufe des Coronajahres 2020 spitzten sich die politisch motivierten Behinderungen der Seenotrettung weiter zu“, sagte die politische Referentin bei SOS Méditerranée Deutschland, Jana Ciernioch.

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Zu Beginn der Pandemie hätten Italien und Malta ihre Häfen für „unsicher“ erklärt, was einer Schließung gleichge­kommen sei. Ab dem Sommer seien Rettungsschiffe unter „fadenscheinigen Begründungen“ durch europäische Behörden festgesetzt worden.

„Während in Europa im Angesicht der Pandemie das gesamte Leben der Solidarität und dem Imperativ des Rettens von Menschenleben untergeordnet wurde, galt dies nicht für die Geflüchteten an den EU-Außengrenzen“, kritisierte Ciernioch. Die „massive Blockade der zivilen Seenotrettung“ sei „zynisch und menschenverachtend“ gewesen.

Der Jahresbericht wies auch darauf hin, dass Hygienevorschriften an Bord der Rettungsschiffe nur schwer einzuhalten seien. Unter den strengen Hygienevorschriften sind die Rettung und Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen der Organisation zufolge kaum möglich.

Die Hilfsorganisation SOS Méditerranée wurde am 9. Mai 2015 gegründet. Mittlerweile umfasst die Or­ga­nisation Vereine in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz und fordert eine durch europäi­sche Staaten organisierte Seenotrettung.

Nach offiziellen Zahlen starben im vergangenen Jahr mehr als 1.200 Menschen bei dem Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. © afp/aerzteblatt.de

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