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Politik

Tabakentwöhnung soll Leistung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung werden

Montag, 10. Mai 2021

/VRD, stock.adobe.com

Berlin – Die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) soll künftig Leistungen zur Tabakentwöhnung über­nehmen. Das sieht ein Änderungsantrag der CDU/CSU und SPD zum sogenannten Gesundheitsver­sor­gungs­weiterentwicklungsgesetz (GVWG) vor, der dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt.

Danach sollen „Versicherte mit schweren tabakassoziierten Erkrankungen, deren Verlauf und Prognose durch das Rauchen negativ beeinflusst werden“ auf GKV-Kosten eine einmalige Versorgung mit Arznei­mitteln zur Tabakentwöhnung im Rahmen von evidenzbasierten Programmen in Anspruch nehmen kön­nen.

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Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) soll laut dem Änderungsantrag der Regierungsfraktionen fest­legen, welche Arzneimittel unter welchen Voraussetzungen dazu infrage kommen. Der G-BA kann dazu eine Nutzenbewertungen beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beauf­tragen.

„Festzulegen sind die anspruchsberechtigten Versicherten mit schweren tabakassoziierten Erkran­kungen. Dies sind insbesondere Versicherte mit interstitieller Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder ei­ner anderen, ähnlich schweren chronischen Lungenerkrankung“, heißt es in der Begründung des Antra­ges. Außerdem soll der G-BA die Voraussetzungen für die evidenzbasierten Programme zur Tabakent­wöh­nung festlegen.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hatte Anfang Mail allen Rauchenden geraten, sich Un­terstützung zu suchen, wenn sie den Ausstieg aus der Tabakabhängigkeit nicht aus eigener Kraft schaff­en.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) fordert stärkere Anstren­gungen zur Prävention und Behandlung der Tabakabhängigkeit.

Der Bundestag hatte den Entwurf für das GVWG Ende Februar erstmals debattiert. Er sieht unter ande­rem einheitliche Ersteinschätzungsverfahren für die ambulante Notfallbehandlung im Krankenhaus vor. © hil/aerzteblatt.de

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Cryonix
am Sonntag, 16. Mai 2021, 05:30

„Auf GKV-Kosten einmalige Versorgung mit Arzneimitteln“

Danke für so viel Klarheit! Denn um nichts anderes geht es dabei. Und in diesem Zusammenhang ist auch die Mitteilung über die Position der DHS (1) zu lesen, die damit gegen BfR-Forschung und Cochcrane-Evidenzen schreibt und E-Zigaretten jeden Nutzen aberkennt. DHS beschäftigt keine Wissenschaftler und hat sich diese „Expertise“ vom ABNR ausfertigen lassen, bzw. subtiler: ABNR hat die dort geparkt. Man ist beratend vice versa personell teilweise identisch.

Wer ist ABNR?
Viel interessanter ist, wer den Verein mit aus der Taufe hob und sich frühzeitig darein eingekauft hat. (2)

Da mit „einmalige Versorgung mit Arzneimitteln“ in der Hauptsache Vareniclin – Handelsnamen Champix (USA = Chantix) gemeint sein dürfte, braucht es nun nicht einmal Phantasie oder gar Recherche, wer das denn herstellt.


(1) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/123612/E-Zigaretten-sind-Suchtmittel
(2) https://www.spiegel.de/wissenschaft/warum-die-pharmalobby-die-e-zigarette-bekaempft-a-00000000-0002-0001-0000-000165579742
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