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Löhne in der Pflege überdurchschnittlich gestiegen

Mittwoch, 12. Mai 2021

/Tatjana Balzer, stock.adobe.com

Wiesbaden – Die Löhne und Gehälter in der Pflege in Deutschland sind in den vergangenen Jahren teils deutlich gestiegen. Zugleich wächst das Interesse an einer Ausbildung in den Pflegeberufen, teilte das Statistische Bundesamt anlässlich des heutigen Internationalen Tages der Pflegenden mit.

Demnach verdienten etwa vollzeitbeschäftigte Fachkräfte in Krankenhäusern – wie Gesundheits- und Kran­kenpflegekräfte – im Jahr 2020 brutto 32,9 Prozent mehr als noch 2010. Die Bruttomonatsverdienste von Fachkräften in Altenheimen stiegen im selben Zeitraum um 32,8 Prozent, bei Fachkräften in Pflegeheimen fiel der Anstieg mit 38,6 Prozent noch etwas höher aus. In allen drei Gruppen stiegen die Verdienste im Zehn-Jahres-Vergleich deutlich stärker an als in der Gesamtwirtschaft mit 21,2 Prozent.

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Gesundheits- und Krankenpflegekräfte verdienten 2020 im Durchschnitt 3.578 Euro brutto im Monat. Fachkräfte in Pflegeheimen kamen auf durchschnittlich 3.363 Euro, jene in Altenheimen auf 3.291 Euro. Die Unterschiede sind laut Bundesamt unter anderem darauf zurückzuführen, dass in der Krankenpflege vielfach Tariflöhne gezahlt werden.

Laut den Zahlen des Bundesamtes haben die Pflegeberufe vor Ausbruch von Corona für den Nachwuchs nicht an Attraktivität verloren. 2019 begannen 71.300 Menschen eine Ausbildung in einem Pflegeberuf, acht Prozent mehr als im Vorjahr und 39 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. 44.900 Nachwuchskräfte schlossen 2019 ihre Ausbildung in einem Pflegeberuf erfolgreich ab – auch hier gab es einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr (drei Prozent) und im Zehnjahresvergleich (25 Prozent).

„Fast 40 Prozent mehr Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger, mehr als 30 Prozent Lohnsteigerung in zehn Jahren, Lohnzuwächse von zehn Prozent oberhalb der Gesamtwirtschaft, diese Zahlen zeigen eines ganz klar: Es gibt keinen Grund, die Pflege schlechtzureden und wer dies tut, ignoriert die Fakten“, kommentierte Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), die vom Statistischen Bundesamt vorgelegten Zahlen. Er brachte zugleich seine Anerkennung gegenüber den Pflegenden in Deutschland zum Ausdruck.

In einem „Offenen Brief“ hat sich heute ein Verbändebündnis aus der Pflege an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) gewandt. Gefordert wird ein gesetzliches Mindestgehalt von 4.000 Euro für Pflegefach­per­so­nen.

„Zu lange wurde der Pflegeberuf durch keine oder falsche politische Entscheidungen zerstört und kaputt­gespart. Zu lange wurde der unheilvollen Tarifentwicklung, die sich weit unter dem notwendigen Niveau befindet, zugeschaut“, heißt es in dem Schreiben, das dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt.

Zu lange sei durch politische Entscheidungen auch die Refinanzierung eines auskömmlichen Gehaltes für Pflegefachpersonen unmöglich gemacht worden. Eine der wichtigsten Schlüsselstellen für die Attraktivität von Berufen sei und bleibe aber das Gehaltsniveau.

Deshalb müsse die Refinanzierung sowohl Mindesteinstiegsgehälter für Pflegefachpersonen von 4.000 Euro brutto sicherstellen und zugleich eine Belastung von Angehörigen, Pflegebedürftigen oder Patienten verhindern.

Unterzeichnet wurde der Brief vom Pflege in Bewegung, der Bundes­pflege­kammer, dem Deutschen Berufs­verband für Pflegeberufe Bundesverband (DBfK), dem Deutschen Pflegerat (DPR) sowie dem Pflegebündnis Mittelbaden.

Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege hat es heute in Berlin mehrere Protestaktionen gegeben, um auf die Lage der Branche aufmerksam zu machen. So begann am Vormittag etwa der von zahlreichen Ver­bünden wie der Bundes­pflege­kammer getragene „Walk of Care“ unter dem Motto „Der Pflege geht die Luft aus“ am Platz der Republik. Die Gruppe forderte mit Sprüchen wie „Klatschen reicht nicht. Wir wollen mehr Anerkennung.“ unter anderem mehr Personal und angemessenere Bezahlung der Pflege- und Sorgearbeit. © kna/aha/aerzteblatt.de

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