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Betrugsversuche für vorzeitige Impfungen – Ruf nach Strafen

Dienstag, 11. Mai 2021

/picture alliance, David Young

Berlin – Angesichts zunehmender Versuche von Impfwilligen, sich ungerechtfertigt und teils mit fal­schen Angaben eine vorzeitige Impfung zu verschaffen, wird der Ruf nach Strafen laut.

„Zwar werden Tausende erwischt, aber es fehlt an Sanktionen“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. „Sich beim Impfen vorzudrängen, ist weiterhin keine Ordnungswidrigkeit.“

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Viele Impfzentren klagen nach einem Medienbericht über Aggressivität von Impfwilligen und zuneh­mende Versuche, sich eine vorzeitige Impfung zu erschleichen. Das SWR-Fernsehmagazin „Report Mainz“ berichtete von mehreren tausend Fällen.

Allein das Hamburger Impfzentrum meldete demnach zuletzt 2.000 Vordrängler in einer Woche. Um vorzeitig an einen Impftermin zu kommen, würden etwa falsche Alters- oder Berufsangaben gemacht, berichtete „Report“. In München würden bis zu 350 Vordrängler in der Woche erwischt, in Saarbrücken bis zu 140. Die Redaktion hatte bei den Impfzentren der Landeshauptstädte nachgefragt, allerdings erfassen nicht alle die Zahlen zu Impfvordränglern.

Der Sprecher der Hamburger Sozialbehörde, Martin Helfrich, sagte dem ARD-Magazin: „Die Stimmung wird aggressiver. Den Menschen ist teilweise sehr klar, dass sie nicht berechtigt sind und trotzdem versu­chen sie, sich impfen zu lassen.“

„Report“-Recherchen zeigen demnach, dass die Impfbetrüger sich oft als höher priorisierte Kontaktperso­nen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren ausgeben. Denn eine pflegebedürftige Person etwa kann zwei Kontaktpersonen benennen, die vorrangig geimpft werden. In einem der SWR-Redaktion bekannten Fall schafften es aber statt zwei acht junge und gesunde Leute, sich als Kontaktpersonen impfen zu lassen.

Die Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz hob gestern die Impfpriorisierung beim Präparat des Konzerns Johnson & Johnson auf – ähnlich wie zuvor bereits bei dem des Herstellers Astrazeneca. Beide Impf­stoffe können in sehr seltenen Fällen schwere Nebenwirkungen haben. Deshalb ist vor einer Entschei­dung für eines der beiden Vakzine bei Menschen bis 60 Jahren ärztliche Aufklärung und eine individuelle Risikoanalyse vorgeschrieben. Regelhaft eingesetzt werden sollen beide Impfstoffe erst bei Personen ab 60.

Allerdings wird der Großteil von Johnson & Johnson in Deutschland voraussichtlich erst dann geliefert werden, wenn die Älteren ganz überwiegend schon geimpft sind: laut Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) zehn Millionen Dosen bis Ende Juli. Anders als beim Wirkstoff von Astrazeneca – und auch den unbeschränkt eingesetzten Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna – reicht bei Johnson & Johnson bereits eine Impfung.

Brysch sagte mit Blick auf den Druck vieler Impfwilliger: „Jetzt werden Vakzine freigegeben. Damit ent­steht in den Impfzentren und bei den Hausärzten massiver Druck. Am Patientenschutztelefon erfahren wir von psychischen und physischen Drohgebärden.“

Insgesamt haben die Impfstellen mittlerweile mehr als 35 Millionen Impfdosen gegen Corona verab­reicht – etwas weniger als 27,3 Millionen bei Erstimpfungen und weitere gut 7,8 Millionen bei Zweit­impfungen (Stand gestern). 32,8 Prozent der Menschen haben mindestens eine Impfung erhalten. Den vollen Impfschutz erhielten demnach bislang 9,4 Prozent der Bevölkerung. © dpa/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #789658
2haeschen
am Freitag, 14. Mai 2021, 12:22

Impfbetrüger

... In einem der SWR-Redaktion bekannten Fall schafften es aber statt zwei acht junge und gesunde Leute, sich als Kontaktpersonen impfen zu lassen...

Leider steht hier nicht, mit welchem Impfstoff ....
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