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Medizin

SARS-CoV-2-Infek­tionen bei Kindern und Jugendlichen

Dienstag, 11. Mai 2021

/ChiccoDodiFC, stock.adobe.com

Köln – Im Ruhrgebiet ist die Inzidenz der SARS-CoV-2-Infektionen seit Oktober 2020 stark angestiegen. Wie sich dieser Anstieg auf die Infektionsraten bei Kindern und Jugendlichen mit akuten Infekten ausge­wirkt hat, untersuchten Folke Brinkmann, Ruhr-Universität Bochum, und Co-Autoren anhand von Daten einer fortlaufenden Studie aus Bochum und Herne.

Dazu werteten sie die Angaben zu den Patienten aus, die im Zeitraum zwischen Oktober 2020 und März 2021 wegen akuter Infektsymptome ambulant in Kinderarztpraxen oder der Kinderklinik vorgestellt worden waren. Die Kohorte umfasste 5.710 Kinder und Jugendliche. Alle Probanden wurden mittels Poly­­merasekettenreaktion (PCR) getestet.

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Die Viruslast in den unterschiedlichen Altersgruppen wurde über den CT-Wert abgeschätzt. Darüber hinaus erfassten die Autoren die Kontakte zu Infizierten innerhalb und außerhalb der Familie sowie die Erkrankungsdauer. Zudem überprüften sie, ob die Eltern der erkrankten Kinder und Jugendlichen in Risikoberufen tätig waren, und ermittelten deren Impfstatus.

Die Forscher stellten fest, dass die Infektionszahlen symptomatischer Kindergartenkinder, Schulkinder und Jugendlicher parallel zu der Gesamtinzidenz der Region stiegen und fielen, während der Rückgang bei den Kleinkindern geringer war. Im Lockdown zeichnete sich seit Ende Januar 2021 ein fast vollständiger Rückgang der Infektionszahlen ab dem Kleinkindalter ab. Nach Lockerung der Maßnahmen stiegen die Infektionszahlen in allen Altersgruppen erneut an.

Eine erhöhte Viruslast, und damit eine potenziell erhöhte Infektiosität, zeigte sich bei symptomatischen Kleinkindern und Jugendlichen. Die Zahl der bekannten Kontakte zu Infizierten nahm seit Oktober 2020 für alle Altersgruppen um ein Vielfaches zu, was nach Ansicht der Autoren eine Veränderung der Test­strategie in den Praxen widerspiegeln könnte.

Bei symptomatischen Kindern aller Altersgruppen wurde in der Hälfte der Fälle ein intrafamiliärer Kontakt zu Infizierten angegeben. Trotz einer noch geringen Zahl gegen SARS-CoV-2 geimpfter Eltern in Risikoberufen wurden deren Kinder seltener positiv auf das Virus getestet. Dies ließe sich nach Meinung der Autoren eventuell durch das Bias einer großzügigeren Testung von symptomatischen Kindern dieser Eltern erklären. © se/aerzteblatt.de

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