NewsAuslandWHO: Indische Coronavariante in mehr als 40 Ländern erfasst
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

WHO: Indische Coronavariante in mehr als 40 Ländern erfasst

Mittwoch, 12. Mai 2021

/EKH-Pictures, stock.adobe.com

Genf – Die zunächst in Indien entdeckte Coronavariante B.1.617 ist nach Angaben der Weltgesundheits­organisation (WHO) inzwischen in mehr als 40 Ländern nachgewiesen worden. Mehr als 4.500 analy­sierte Gensequenzen aus 44 Ländern seien B.1.617 zugeordnet worden, zudem lägen Meldungen über Nachweise aus fünf weiteren Ländern vor, teilte die Behörde in Genf heute mit.

Gestern hatte die UN-Behörde die Variante als „besorgniserregend“ eingestuft. Zuvor hatte die WHO nur zunächst in Großbritannien, Südafrika und Brasilien erfasste Varianten so bezeichnet.

Anzeige

Potenziell bedrohliche Varianten von SARS-CoV-2 werden von der WHO in zwei Kategorien einteilt: Va­rianten unter Beobachtung („variants of interest“) sowie besorgniserregende Varianten („variants of con­cern“). Letztere sind nachweislich ansteckender, schwerer bekämpfbar und/oder führen zu schwereren Krankheitsverläufen.

Es gebe Hinweise auf höhere Übertragungsraten bei B.1.617, eine rasche Verbreitung in mehreren Län­dern sei beobachtet worden, hieß es von der WHO. Ob die Wirksamkeit von Impfstoffen oder Medika­men­ten bei der Mutante eingeschränkt sei, sei noch unklar.

Erste Ergebnisse von Laborstudien deuteten auf eine „mäßige Verringerung der Neutralisierung durch Antikörper“ hin. Inwiefern das tatsächlich Auswirkungen etwa auf die Wirkung von Impfstoffen und Medikamenten und das Risiko für erneute Infektionen hat, lässt sich aber noch nicht gesichert sagen.

In Indien stecken sich derzeit täglich Hunderttausende mit SARS-CoV-2 an. Seit Beginn der Pandemie sind in dem südasiatischen Land mehr als 22,9 Infektionen erfasst worden. Bei lediglich rund 0,1 Prozent der positiv auf Corona getesteten Proben sei eine Gensequenzierung zur Variantenbestimmung durchge­führt worden, teilte die WHO mit.

Außerhalb Indiens meldete demnach bislang Großbritannien die höchste Anzahl an Infektionen mit der Variante B.1.617. Dort werden vergleichsweise viele Proben sequenziert.

Nach WHO-Angaben sinkt die Zahl der Neuinfektionen in den meisten Regionen der Welt derzeit, ein­schließlich Europa und dem amerikanischen Kontinent. In Südasien und Südostasien gibt es jedoch weiter einen starken Anstieg. Weltweit wurden vergangene Woche mehr als 5,5 Millionen Fälle und rund 90.000 Tote im Zusammenhang mit der Pandemie gezählt. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER