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Kolumbianischen Krankenhäusern droht inmitten von Protesten Coronakollaps

Freitag, 14. Mai 2021

/picture alliance, Sergio Acero

Bogotá – Nach tagelangen Protesten steht das Gesundheitssystem in Kolumbien angesichts der Coronapandemie vor dem Zusammenbruch. „Es muss mit aller Realität gesagt werden: die Ansteckungs­situation in Bogota ist kritisch: fast einhundertprozentige Belegung der Intensivstation“, schrieb der kolumbianische Ge­sund­heits­mi­nis­ter Fernando Ruiz vorgestern Abend (Ortszeit) auf Twitter. 500 Patienten müssten aus der Hauptstadt in andere Teile des Landes verlegt werden.

Seit zwei Wochen kommt es in Kolumbien zu zahlreichen, teilweise von Gewalt überschatteten Protesten. Mindestens 42 Menschen sind nach den jüngsten Angaben der nationalen Ombudsstelle während der Protesttage ums Leben gekommen, 168 Personen werden vermisst.

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Zuerst demonstrierten Menschen gegen eine umstrittene, inzwischen zurückgenommene Steuerreform. Die meisten Demonstranten haben nun neue Ziele, wie den Widerstand gegen eine ebenfalls geplante Gesundheitsreform und den Einsatz für den brüchig gewordenen Friedensprozess.

Zugleich erlebt Kolumbien derzeit einen der schwersten Momente der Pandemie mit einer hohen Auslastung der Krankenhäuser. Mehr als 3 Millionen Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert, fast 80.000 Patienten sind im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben.

Kolumbien ist nach Brasilien das bevölkerungsreichste Land sowie der wichtigste Verbündete der USA in Südamerika. Mehr als 50 Jahre herrschte ein Bürgerkrieg, 220.000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden vertrieben.

2016 schloss die kolumbianische Regierung Frieden mit der Farc-Guerilla, die Wirtschaft erlebte einen Aufschwung, der Tourismus, auch aus Deutschland, boomte. Doch der Frieden ist brüchig, die exzessive Polizeigewalt ein Rückschlag. © dpa/aerzteblatt.de

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