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Medizin

Studie: Checkpoint-Inhibito­ren können Diabetes auslösen

Montag, 17. Mai 2021

/Yuriy, stock.adobe.com

Ulm – Checkpoint-Inhibitoren, die die körpereigene Immunabwehr gegen Krebserkrankungen aktivieren, können als Nebenwirkung Autoimmunerkrankungen auslösen, zu denen auch ein insulinpflichtiger Typ-1-Diabetes gehört. Bisher wurden nur Einzelfälle berichtet. Epidemiologen rechnen jedoch auf dem Diabeteskongress 2021 mit einem Anstieg, da immer mehr Patienten mit Checkpoint-Inhibitoren behan­delt werden.

Das Ziel der Checkpoint-Inhibitoren ist ein verstärkter Angriff von T-Zellen, die Tumorzellen aufgrund der veränderten Oberflächeneigenschaften erkennen. Die Behandlung stört allerdings ein Gleichgewicht zwischen inhibitorischen und stimulierenden Signalen. In der Folge können die T-Zellen auch körper­eige­­ne Zellen angreifen. Autoimmunerkrankungen sind deshalb häufige Nebenwirkungen von CTLA-4-Inhibitoren, PD-Antikörpern und PD-L1-Antikörpern.

Zu den Angriffszielen gehören neben dem Gastrointestinaltrakt auch Hormondrüsen wie beispielsweise das endokrine Pankreas. Es war deshalb zu erwarten, dass einige Patienten im Anschluss an die Krebsbe­hand­lung an einem insulinpflichtigen Diabetes erkranken.

Ein Team um Sascha René Tittel vom Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie der Univer­si­tät Ulm hat bei der Analyse von 28.912 Diabetespatienten insgesamt 13 Fälle eines Checkpoint-Inhibitor(CPI)-induzierten Diabetes entdeckt.

Das mittlere Alter der Patienten betrug 66,3 Jahre. Männer waren (wie häufig bei Autoimmunerkrankun­gen) mit einem Anteil von 46,3 % etwas seltener betroffen. Bei 5 CPI-DM-Patienten wurde die Erkran­kung erst diagnostiziert, als es bereits zu einer Ketoazidose gekommen war: 12 CPI-DM-Patienten benötigten direkt nach der Diagnose Insulin, 2 wurden zusätzlich mit oralen Antidiabetika behandelt.

Bei 11 Patienten wurde zusätzlich eine Störung der Schilddrüse gefunden, bei 1 Patient wurde ein Morbus Addison, also ein Ausfall der Nebennierenrinde diagnostiziert. Tittel, der mit einer Zunahme des CPI-Diabetes rechnet, rät bei Patienten nach einer Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren regelmäßig den Blutzucker zu kontrollieren. Außerdem sollte auf weitere Autoimmunerkrankungen geachtet werden. © rme/aerzteblatt.de

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