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Politik

Bevollmächtigter fordert Stärkung selbstbestimmter Pflege

Montag, 17. Mai 2021

/picture alliance, Westend61, Uwe Umstätter

Berlin – Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat sich für umfas­sen­de Änderungen zur Stärkung einer selbstbestimmten Pflege ausgesprochen. Derzeit seien Leistungen oft kompliziert und unflexibel, kritisierte er heute in Berlin. Selbstbestimmung und Würde der Pflege­bedürf­tigen müssten gewahrt und finanzielle Lasten fair verteilt werden, sagte Westerfellhaus.

Dazu solle etwa die Familienpflegezeit für Angehörige durch eine Geldleistung ergänzt werden. Auch müsse die 24-Stunden-Betreuung zu Hause rechtssicher ausgestaltet werden. Viele Haushalte mit Pfle­ge­bedürftigen wollten nicht wahrhaben, dass bei diesem Modell bislang „erhebliche rechtliche Risiken bis hin zur Strafbarkeit“ bestünden, erklärte der Bevollmächtigte. Das Wunsch- und Wahlrecht über den Wohnort müsse gewahrt bleiben.

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Der Leistungszugang für pflegebedürftige Menschen müsse über ein Entlastungsbudget entbürokratisiert und vereinfacht werden, verlangte Westerfellhaus. Pflegebedürftige sollten bei häus­licher Pflege einen Anspruch auf zwei Budgets haben: ein Pflege- und ein Entlastungsbudget. Damit könnten Leistungen flexibel je nach Lebenssituation passend abgerufen werden, was unter anderem die Situation jüngerer Pflegebedürftiger und pflegebedürftiger Kinder verbessern würde.

Für professionelle Pflegekräfte brauche es darüber hinaus flächendeckend faire Tarifverträge und mehr Berufsautonomie, forderte der Bevollmächtigte. Auch müssten die Arbeitsbedingungen besser werden, zum Beispiel mit mehr Familienfreundlichkeit. Zugleich müssten Pflegekräfte sich aber auch in einer Berufskammer organisieren. „Ohne eigenes Engagement der Pflegekräfte wird es nicht gehen.“

Parallel müsse die Kostenbeteiligung der Pflegebedürftigen begrenzt werden. Mehrkosten für gute Arbeits­bedingungen in der Pflege seien von der gesamten Gesellschaft zu tragen.

Krankenhäuser sollten sich mehr am Bedarf orientieren, auch wenn dies bedeute, dass nicht jede Station und jedes Krankenhaus erhalten bleibe. Nötig sei eine verbindliche, einheitliche Personalbemessung.

Zudem sprach sich Westerfellhaus dafür aus, offen darüber zu diskutieren, die bisherigen Freiwilligen­dienste verpflichtend zu machen. Dies würde jungen Menschen eine wichtige Erfahrung ermöglichen, aber auch die Pflege dort verankern, wo sie hingehöre: in der Mitte der Gesellschaft. © kna/aerzteblatt.de

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