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Politik

Bayern: Impfpriorisierung in Praxen ab Donnerstag aufgehoben

Dienstag, 18. Mai 2021

/picture alliance, Ole Spata

München – Bayerns Hausärzte dürfen Patienten von diesem Donnerstag (20. Mai) an unabhängig von der Impfreihenfolge mit sämtlichen Coronaimpfstoffen impfen. Diesen Termin nannte gestern Gesundheits­minister Klaus Holetschek (CSU).

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte das Ende der Priorisierung am vergangenen Mitt­woch für diese Woche angekündigt, dabei aber zunächst noch keinen konkreten Termin genannt.

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Bundesweit soll bei den Coronaimpfungen in Deutschland ab dem 7. Juni keine festgelegte Reihenfolge mehr gelten, wie Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) gestern in Berlin nach einem entspre­chenden Beschluss der Ressortchefs von Bund und Ländern mitteilte.

Bislang sind lediglich die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson unabhängig von der Priorisierung freigegeben.

In den Impfzentren soll es laut Söder zunächst beim bisherigen Verfahren mit Priorisierungen anhand von Vorerkrankungen und Berufsgruppen bleiben. Wann auch dort die Priorisierung enden könnte, war also noch offen. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #659853
klresch
am Dienstag, 18. Mai 2021, 19:33

Ge­sund­heits­mi­nis­ter: Todesengel aus Unwissenheit oder Kalkül?

Was einen guten Hausarzt von einem guten Epidemiologen unterscheidet ist, dass für einen guten Hausarzt „der Nächste bitte“ das Maß aller Dinge ist, sobald er zur Türe hereinkommt, während ein guter Epidemiologe nach der Option sucht, die mit den vorhandenen Mitteln und Möglichkeiten den größten Nutzen bringt (z.B. quality adjusted life years). Epidemiologen kommen dabei kaum mit personifiziertem Leid in Berührung, Hausärzte den Wald hinter dem Baum nicht.
Corona ist bedauerlicherweise nicht in erster Linie eine durch individuelle empathische Dienstleistung kontrollierbare Gesundheitsstörung, sondern eine Pandemie, die durch epidemiologisch richtige Entscheidungen kontrollierbar wird und durch epidemiologisch falsche Entscheidungen schnell aus dem Ruder läuft.
Die Entscheidung, wer denn am dringendsten von dem raren Gut Impfstoff etwas abbekommen soll, den Hausärzten überzustülpen, ist ein ethisch verwerfliches Danaergeschenk der Politik an die Bevölkerung insgesamt wie an die Hausärzte.
Jetzt wird genau der Teil der Bevölkerung, der mangels Alter und/oder einschlägiger Risikofaktoren wegen Corona nicht mehr um sein Leben fürchten muss als wegen der Gefahren des Straßenverkehrs, den Hausärzten auf den Hals gehetzt. Objektiv betrachtet beschränkt sich der Nutzen für diese Gruppe im Wesentlichen darauf, ein paar Wochen schneller ohne Schnelltest am sich reorganisierenden Leben teilzuhaben.
Seit Beginn der Pandemie ist weniger als 1 pro 1 Million Jugendlicher an Corona verstorben , jeder 500ste Mitmensch im Alter zwischen 70 und 80 Jahren, jeder 1500ste zwischen 60 und 70, und jeder 5000ste zwischen 50 und 60.
Minister Holetschek und Co: wer die Priorisierung abschießt, mutiert zum Todesengel für (orientiert an den aktuellen Zahlen des rki) ca. vermeidbaren 1500 Toten pro Woche.
LNS
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