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Coronaimpfung: Vertragsärzte hoffen auf steigende Liefermenge

Dienstag, 18. Mai 2021

/picture alliance, Sebastian Gollnow

Berlin – Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hofft auf deutlich steigende Liefermengen bei den Coronaimpfstoffen nach der Aufhebung der festen Impfreihenfolge im Juni.

Die Vertragsärzte gingen davon aus, dass Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) „deshalb das Datum ab 7. Juni genannt hat, da dann wohl mit deutlich steigenden Liefermengen zu rechnen sein dürfte“, sagte Gassen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Spahn hatte gestern Abend nach einem Beschluss der Ge­sund­heits­mi­nis­ter von Bund und Ländern ange­kündigt, die Impfreihenfolge ab dem 7. Juni aufzuheben, um die Impfkampagne weiter zu beschleunigen.

Gassen begrüßte die Entscheidung grundsätzlich: „Wir finden das gut“, sagte er. „Es macht die Arbeit der niedergelassenen Kolleginnen und Kolleginnen leichter.“ Grundvoraussetzung sei aber, „dass ausreichend Impfstoffe da sind“.

Auch der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, forderte größere Impf­stoffmengen. „Wer bei den Menschen Hoffnungen weckt und mit vollmundigen Stichtagsankündi­gungen die Illusion nährt, ab dem 7. Juni könne jede und jeder im Land plötzlich von einem Tag auf den anderen geimpft werden, der muss vor allem auch liefern – und zwar Impfstoff in nennenswertem Um­fang“, sagte Weigeldt dem RND. „Ansonsten nämlich geht die Rechnung nicht auf.“

Die Hausärzte und ihre Mitarbeitenden in den Praxen impften bereits jetzt, „was der Stoff hergibt“, sagte Weigelt. „Aber die weiterhin bestehende Impfstoffknappheit können auch wir nicht wegzaubern, da muss die Politik schon mal ihren Job machen.“

Der Hausärzte-Chef bat die Patienten um Geduld und um Nachsicht, „dass es auch künftig höchstwahr­scheinlich zu Wartezeiten kommen wird“. Impfwillige sollen sich laut Weigeldt weiterhin bei ihren Arzt­praxen melden und auf die Wartelisten setzen lassen. Er bittet aber darum, auf ständige Anrufe zu ver­zichten: „Wenn die Telefonleitungen dauerbelegt sind und die Praxen überlastet, ist niemandem gehol­fen.“

Der Vorsitzende des Hausärzteverbands Nordrhein, Oliver Funken, beklagte in der Rheinischen Post eine „extrem aggressive Stimmung bei der Impfstoffnachfrage“. Das werde sich aber hoffentlich Ende Mai mit zusätzlichen Lieferungen entspannen.

Im Augenblick liefen die Telefone in den Praxen so heiß, dass diese zunehmend Schwierigkeiten bei der Regelversorgung hätten, sagte Funken. Viele Hausarztpraxen meldeten sich deshalb schon wieder vom Impfsystem ab.

Funken warnte zudem vor zusätzlichen Schwierigkeiten in der Urlaubszeit. „In den Sommermonaten werden wir noch einmal Engpässe erleben, denn natürlich müssen auch Ärzte und medizinisches Perso­nal irgendwann mal Urlaub machen – zumal wenn sie sich in einem Ausnahmejahr wie diesen befinden. Wir müssen davon ausgehen, dass 30 Prozent der Arztpraxen in den Sommerferien ein oder zwei Wochen schließen.“ © afp/aerzteblatt.de

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