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Politik

Pflegerat bewertet Beschäftigungsplus in der Pflege skeptisch

Mittwoch, 19. Mai 2021

/ sudok1, stock.adobe.com

Berlin – Der Deutsche Pflegerat sieht neueste Statistiken zum Anstieg der Zahl der Pflegenden in Deutschland mit großer Skepsis. Entsprechende Meldungen der Bundesagentur für Arbeit seien wenig aussagekräftig, sagte der Präsident des Deutschen Pflegerats, Franz Wagner, gestern in Berlin.

„Sie führen schnell zur Entwarnung und lassen den Eindruck entstehen, dass die Situation sich verbess­ert. Das ist natürlich für die Regierung am Ende der Legislatur willkommen. Nur aussagekräftig ist es nicht.“

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Die Bundesagentur für Arbeit hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass die Zahl der Beschäftigten in der Pflege zwischen Oktober 2019 und Oktober 2020 um 43.300 sozial­ver­sicherungs­pflichtig Beschäftigte auf rund 1,77 Millionen gestiegen sei.

Wagner erklärte dazu, dass die Auswertungen der Bundesagentur im Bereich der Pflege nicht sehr dif­ferenziert seien. Es werde beispielsweise nicht zwischen Fach- und Assistenzkräften unterschieden.

Zudem sei die Unterscheidung zwischen Vollzeit und Teilzeit nur sehr grob; als Teilzeit werde jede Tätig­keit gezählt, die weniger als eine Vollzeitbeschäftigung sei: Das könnten 35, aber auch nur fünf Stunden sein.

Der Pflegeratspräsident wies darüber hinaus darauf hin, dass die Bundesagentur „Köpfe“ gezählt habe. Der Zuwachs an Köpfen, beispielsweise ein Plus von 18.500 in den Krankenhäusern, könnte aber durch einen höheren Anteil an Teilzeit sogar ein Stellenminus bedeuten.

„Die vorliegenden Statistiken lassen eine Klärung dieser Frage nicht zu“, so Wagner. „Die Erhebung und Analyse der Daten muss dringend verbessert werden. Dazu könnten Pflegekammern einen ausgezeich­neten Beitrag liefern.“

Wagner fügte hinzu, die Bewertung, dass trotz Pandemie die Zahl der Beschäftigten in der Alten- und Gesundheitspflege gestiegen sei, widerspreche der erlebten Realität vieler Pflegenden. „Die Rück­mel­dungen, die der Deutsche Pflegerat erhält, wie auch die hierzu erhobenen Umfragen, ergeben ein anderes Bild.“ Die Arbeitsbedingungen müssten sich dringend ändern. © kna/aerzteblatt.de

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