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Politik

„Jetzt kann ich Gesundheitspolitik zielgenauer umsetzen“

Sonntag, 23. Mai 2021

Berlin – Wechsel von der Bundespolitik in die gemeinsame Selbstverwaltung: Karin Maag, langjährige Bundestagsabgeordnete der CDU und gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Fraktion in dieser Legis­la­turperiode wird zum 1. Juli eine der drei Unparteiischen im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA). Da­mit tritt sie die Nachfolge von Elisabeth Pott an, die ihr Amt Ende Februar überraschend niedergelegt hatte. Das Deutsche Ärzteblatt (DÄ) sprach mit Karin Maag über neue Herausforderungen und Ziele.

5 Fragen an Karin Maag, neue Unparteiische im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss

DÄ: Frau Maag, der Gesundheitsausschuss hat in dieser Woche Ihren Wechsel in den G-BA zur Kenntnis genommen. Was hat Sie bewegt, ab dem 1. Juli eine der drei Unparteiischen im G-BA zu werden und damit die Nachfolge von Elisabeth Pott anzutreten?
Karin Maag: Zunächst hatte ich nach zwölf Jahren im Bundestag die Lust auf Neues. Die Themen, die ich im G-BA übernehmen kann, sind sehr spannend. Bisher war ich in der Politik ja für die Grundsatzfragen rund um das Sozialgesetzbuch (SGB) V und SGB XI zuständig. Jetzt kann ich in der Gesundheitspolitik zielgenauer werden und die politischen Entscheidungen zur Versorgung bis ins Detail umsetzen und damit für 90 Prozent der Bevölkerung sehr konkret gute medizinische Versorgung gestalten.

DÄ: Welche Ihrer politischen Erfahrungen als Abgeordnete und als gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundes­tag werden Sie in die Arbeit des G-BA einbringen?
Maag: Als Sprecherin habe ich gelernt Entscheidungsprozesse zu moderieren wie auch Entscheidungen voran zu treiben und entsprechende Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Die Entscheidungsgrundlagen sind mir bekannt. Die spezielle Fachlichkeit für die künftigen Themen im G-BA werde ich mir erarbeiten müssen, ganz klar.

Die Qualitätssicherung wird weiter an Bedeutung gewinnen. Auch die Frage, wie wir künftig daten­ge­stützt Qualität messen und damit Versorgung verbessern, bewegt mich. Ich wünsche mir auch, dass ich die Themen, die ich politisch selbst mit angestoßen habe, wie zum Beispiel die ambulant spezialfach­ärztliche Versorgung, mit voranbringen kann.

DÄ: Politisch ist der G-BA in den vergangenen Jahren immer wieder unter Druck geraten und hat viele zusätzliche Aufgaben bekommen.
Maag: Der G-BA hat die Verantwortung dafür, dass Versorgung durch vielfältige Innovationen auch tat­säch­lich besser wird. Die Politik hat zudem großes Vertrauen in die gute Arbeit des G-BA. Und die Dis­kus­sion über die nicht fristgerechte Umsetzung von politischen Vorgaben hat sich ja bei genauerem Hinsehen sehr beruhigt. Ich gehe davon aus, dass das auch so bleibt.

DÄ: Was wollen Sie im G-BA bewegen?
Maag: So wie es geplant ist, übernehme ich den Vorsitz von drei Unterausschüssen: Bei der Qualitäts­sicherung wird die Diskussion um die Mindestmengen immer drängender. Ich erfahre bei Diskussionen mit den Ländern in diesem Zusammenhang zum Beispiel auch die Sorge um die flächendeckende Ver­sorgung.

Auch da heißt es, die unterschiedlichen Positionen zu sinnvollen Verständigungen zusammenfügen und einen guten Weg auch im Sinne der Patientinnen und Patienten zu finden. Bei den Disease Management Programmen (DMP) zum Beispiel, müssen wir die chronisch kranken Menschen auch erreichen..

DÄ: Kann die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen sich auch in Zukunft behaupten?
Maag: Selbstverständlich. Wer soll es denn sonst machen? Diese Fachexpertise, die alle beteiligten Or­ganisationen im Gesundheitswesen haben, könnte ein Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium oder eine andere Unterorganisation in dieser Vielfalt und Qualität nie aufbauen. Das sehen übrigens meine Kolleginnen und Kollegen in der Politik genauso. © bee/aerzteblatt.de

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