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Sanitätsdienst der Bundeswehr: Marburger Bund drängt auf Erhalt der Eigenständigkeit

Mittwoch, 19. Mai 2021

/picture alliance (Archivbild)

Berlin – Der Marburger Bund (MB) hat die Pläne der Bundeswehrführung kritisiert, den bislang eigen­ständigen Sanitätsdienst der Bundeswehr in die Teilstreitkräfte zu integrieren und die Bundeswehrkran­kenhäuser dem Generalinspekteur der Bundeswehr zu unterstellen.

Die neue Struktur werde anfälliger für fachfremde Entscheidungen der militärischen Führung sein und gefährde damit auch die optimale medizinische Versorgung der Patienten durch die im Sanitätsdienst aktiven Ärzte, so der MB.

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„Die Eigenständigkeit des Sanitätsdienstes der Bundeswehr hat sich bewährt. Es gibt keinen Grund die­ses Erfolgsmodell medizinischer Versorgung der Truppe in Frage zu stellen“, kommentierte Armin Ehl, Hauptgeschäftsführer des Marburger Bundes, entsprechende Überlegungen der Bundesverteidigungs­mi­nisterin und des Generalinspekteurs in den „Eckpunkten für eine Bundeswehr der Zukunft“.

Eine optimale medizinische Versorgung der Soldaten sowohl in Friedens- wie in Einsatzzeiten ist laut MB nur durch einen eigenständigen medizinischen Organisationsbereich mit fachlich unabhängigen Ärzten zu gewährleisten, für die zuallererst die Gesundheit und das Wohl ihrer Patienten im Vordergrund stehe.

Der Sanitätsdienst versorge die Soldaten der Bundeswehr auf dem gleich hohen Niveau, wie es auch die Zivilbevölkerung in Deutschland gewohnt sei. Neben der Regelversorgung habe sich der Sanitätsdienst in zahlreichen Auslandseinsätzen bewährt und dabei die Reputation der Bundeswehr in der Welt nach­haltig gefördert.

Mit der Bundeswehrreform soll laut Eckpunktepapier das Ziel verfolgt werden, „die sanitätsdienstliche Leistungserbringung für umfassend einsatzbereite Streitkräfte insgesamt zu stärken“. „Wer dieses Ziel verfolgt, sollte darauf verzichten, eine effiziente, an der Medizin orientierte und mit hoher Reputation ausgestattete Struktur aufzugeben“, sagte Ehl.

Der Marburger Bund appelliert an die Bundeswehrführung und die Politik, die für das medizinische Wohl der Soldaten bewährten Strukturen, insbesondere die durchgängige ärztliche Entscheidungskompetenz in allen medizinischen Fragen, unbedingt zu erhalten. © EB/aerzteblatt.de

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e.a.n
am Donnerstag, 20. Mai 2021, 10:33

§2 MBO "Allg. ärztliche Berufspflichten"

§2 (2) "Ärztinnen und Ärzte [...] dürfen [...] nicht das Interesse Dritter über das Wohl der Patientinnen und Patienten stellen.
§2 (4) Ärztinnen und Ärzte dürfen hinsichtlich ihrer ärztlichen Entscheidungen keine Weisungen von Nichtärzten entgegennehmen.

Durch die Ausgliederung des Sanitätsdienstes aus den regulären Truppenverbänden war strukturell oben genannte Berufspflicht durch eine fast rein ärztlich besetzte Befehlskette weitgehend gewährleistet.
Aus den mir bisher vorliegenden Informationen zu dieser Thematik geht nicht hervor, wie dies nach der Umstrukturierung der Truppe gesichert gewährleistet sein soll.
Es könnte notwendig werden, die Truppe zu verlassen, um Arzt zu bleiben.
LNS
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