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Ärzteschaft

Fachgesellschaft fordert bessere Sicherheitsstandards bei Brustimplantaten

Freitag, 21. Mai 2021

/euthymia, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) hat nach dem Urteil ge­gen den TÜV Rheinland im Schadenersatzprozess um mangelhafte Brustimplantate des französischen Herstel­lers Poly Implant (PIP) einen stärkeren Austausch unter den Fachgesellschaften gefordert.

Das Urteil des Pariser Berufungsgerichts markiere die Notwendigkeit nach mehr Sicherheit und festge­leg­ten Standards für Medizinprodukte im Bereich der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie, sagte DGÄPC-Präsident Harald Kaisers. „Wir Fachärzte von der DGÄPC sehen hier den Bedarf einer Diskussion unter den Fachgesell­schaften.“

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Aus Sicht der DGÄPC geht es darum zu klären, welche Mindestanforderungen Medizinprodukte erfüllen müssen, um die Sicherheit und Gesundheit der Patienten zu gewährleisten. „Gerade die Fachgesell­schaf­ten der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie sollten sich der Fragen stellen, was die Standards bei Implan­taten sein sollten und wie diese gewährleistet werden können“, so Kaiser.

Er sieht vor allem Handlungsbedarf und die Notwendigkeit von allgemeinen Mindestanforderungen, die über ein TÜV-Siegel oder eine CE-Kennzeichnung hinausgehen. „Wir sehen darüber hinaus den dringen­den Bedarf einer Patientenversicherung, die im Versicherungsfall für Patientinnen greifen könnte, auf Seiten der Medizinproduktehersteller“, sagte Kaiser.

Selbstverständlich müssten die Produzenten für die Kosten der medizinischen Versorgung der Patien­tinnen im Schadensfalle Sorge tragen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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Castner
am Montag, 24. Mai 2021, 13:22

Chronische Unwissenheit

Es ist erschreckend immer wieder zu sehen, wie wenig Ahnung die ärztlichen Kollegen von den Produkten haben, mit den sie jeden Tag arbeiten. Wenn selbst eine Fachgesellschaft offensichtlich nicht im Ansatz über die "grundlegenden Sicherheit- und Leistungsanforderungen" der einschlägigen Regularien für Medizinprodukte informiert ist, ist das dann wirklich beschämend. Wir haben in Europe kein regulatorisches Problem mit Medizinprodukten, wir haben immer noch ein Kontroll-Problem. Daran würden irgendwelche Siegel auch nichts ändern.
Übrigens: eine "Patientenversicherung" ist bereits seit 2017 in der MDR verankert. Es wird nur von niemandem kontrolliert, ob diese auch bei den Herstellern vorhanden sind.
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