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DFG fördert Sonderforschungs­bereich zu RNA-Viren für weitere vier Jahre

Dienstag, 25. Mai 2021

/totojang1977, stock.adobe.com

Gießen/Marburg – Der Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Er­forschung von Biologie, Wirtsantwort und Pathogenese von RNA-Viren erhält eine Förderung von ins­gesamt 9,9 Millionen Euro für eine weitere Förderphase bis 2024.

„Je besser wir die molekularen Grundlagen der Übertragung und Vermehrung von RNA-Viren verstehen, desto besser sind wir auf zukünftige Virusepidemien und -pandemien vorbereitet und können zu ihrer Bekämpfung beitragen“, sagte der Sprecher des Sonderforschungsbereiches (SFB) Stephan Becker von der Philipps-Universität Marburg.

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Seit Ausbruch der Coronapandemie vor mehr als einem Jahr steht die Erforschung von RNA-Viren nicht nur für Experten im Fokus des Interesses. Bei RNA-Viren besteht das Erbgut aus Ribonukleinsäure (Ribo­nucleic Acid), einem Makromolekül, das bei der Umsetzung der Erbinformation in Eiweiße eine ent­scheidende Rolle spielt.

Der SFB erforscht RNA-Viren aus verschiedenen Familien, darunter auch hochpathogene, wie das Ebola-Virus, das Nipah-Virus und das MERS-Coronavirus, die hämorrhagisches Fieber, Hirnentzündungen oder ein akutes Atemnotsyndrom verursachen.

RNA-Viren sind für die Forschung deshalb von besonderem Interesse, weil sie während der Vervielfälti­gung ihres Erbgutes keine Fehlerkorrektur vornehmen, wodurch es zu einer großen Variabilität der pro­duzierten neuen Viren kommt.

Das ermöglicht den RNA-Viren eine schnelle Anpassung an veränderte Umweltbedingungen, indem sich Virusvarianten durchsetzen, die sich unter neuen Bedingungen oder in neuen Wirten effizienter vermeh­ren und häufig auch besser übertragen werden können.

„Die Erforschung von RNA-Viren hat eine lange Tradition an den Universitäten Gießen und Marburg, die sich auch in der aktuellen Coronaviruspandemie hervorragend bewährt hat“, sagte John Ziebuhr, stell­ver­tretender SFB-Sprecher von der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Es bestätige sich erneut, dass Erkenntnisse der virologischen Grundlagenforschung wesentliche Voraus­setzungen für die erfolgreiche Bekämpfung von Virusinfektionen lieferte, zum Beispiel bei der Entwick­lung von Medikamenten und Impfstoffen.

Im Sonderforschungsbereich 1021 „RNA Viren: Metabolismus viraler RNA, Immunantwort der Wirtszellen und virale Pathogenese“ (RNA viruses: RNA metabolism, host response and pathogenesis) arbeiten For­scherteams der Universitäten Marburg und Gießen seit 2013 an der Erforschung von RNA-Viren.

Die nun geplanten Studien werden in drei großen Projektbereichen durchgeführt: Struktur und Meta­bo­lismus viraler RNA, virale Pathogenitätsfaktoren sowie zelluläre Antworten auf RNA-Virusinfektionen. © EB/aerzteblatt.de

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