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Krankengeld: UPD weist auf Regeln für Kassen zur telefonischen Kontaktaufnahme hin

Dienstag, 25. Mai 2021

/contrastwerkstatt, stockadobecom

Bonn – Versicherte, die Krankengeld beziehen, dürfen nur mit ihrer Einwilligung telefonisch von ihrer Krankenkasse kontaktiert werden. Darauf hat die Unabhängige Patientenberatung (UPD) heute anlässlich eines Rund­schreibens des Bundesamts für Soziale Sicherung (BAS) von Februar an die bundesun­mittel­baren Krankenkassen hingewiesen.

Allenfalls um diese Information anzukündigen, dürften die Krankenkassen ihre Versicherten telefonisch kontaktieren, heißt es im BAS-Schreiben. Die Aufsichtsbehörde betont, dass eine positive Reaktion der Versicherten bei diesem Telefonat nicht als Einwilligung ausreicht. Krankenkassen müssten diese im Nachgang noch einmal schriftlich einholen.

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Hintergrund für die Reaktion der Aufsichtsbehörde sind Beschwerden von gesetzlich Krankenversicher­ten über Anrufe im Rahmen der Beratung zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit – das sogenannte Krankengeld­fall­management.

Bei der UPD gehen immer wieder Beschwerden dazu von Versicher­ten ein. „Nach unserer Erfahrung füh­len sich gerade psychisch belastete Ratsuchende von solchen An­ru­fen bedrängt“, sagte UPD-Geschäfts­führer Thorben Krumwiede. Er hofft, dass der klare Hinweis auf feh­lerhaftes Vorgehen bei den Kranken­kassen Wirkung zeigt.

„Versicherte, die sich durch die Anrufe bedrängt fühlen, sollten darauf hinweisen, dass die Kranken­kas­sen sie im Rahmen des Krankengeldfallmanagements nur anrufen dürfen, wenn sie dazu eine Einwilli­gung gegeben haben. Am besten sollten sie nur schriftlich mit der Krankenkasse kommunizie­ren“, rät Heike Morris, juristische Leiterin der UPD.

Wichtig sei auch zu wissen, dass die Versicherten ihre Einwilligung immer widerrufen könnten. Dies dürfe keine negativen Folgen für die Versicherten haben, wie auch das BAS noch einmal ausdrücklich klargestellt habe.

Die Beratung im Krankengeldfallmanagement ist für Versicherte der UPD zufolge freiwillig. Die Kassen benötigen dafür zwingend eine schriftliche oder elektronische Einwilligung. Darüber müssten sie Ver­si­cherte vorab schriftlich informieren.

Die UPD weist darauf hin, dass Versicherte anders als bei der bloßen Beratung im Rahmen des Kranken­geldfallmanagements bei der Prüfung ihres Krankengeldantrags durch die Krankenkasse aktiv mitwirken müssen, etwa durch die Beantwortung von Fragen zu ihrer Arbeitsunfähigkeit.

Krumwiede begrüßt den Vorschlag des BAS, auch in diesen Fällen das Einverständnis der Versicher­ten für telefonische Anfragen einzuholen. „Vielen Ratsuchenden wäre damit geholfen, wenn die Kran­ken­kassen Versicherte nur noch schriftlich kontaktieren“, sagte der UPD-Geschäftsführer. Insbesondere bei Versicherten mit Diagnosen im psychotherapeutischen Bereich sollten Krankenkassen jegliche Anrufe vermeiden. © may/EB/aerzteblatt.de

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