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Politik

Diskussion um zurückgehaltene Impfstoffdosen für Arztpraxen

Mittwoch, 26. Mai 2021

/picture alliance,l ZUMAPRESS.com, Tunahan Turhan

Berlin – Vor dem nächsten Impfgipfel am morgigen Donnerstag ist eine Debatte über die Liefermengen von Coronaimpfstoffen entbrannt. So beklagen mehrere Kassenärztlichen Vereinigungen, dass der für die kom­mende Woche zugesagte Impfstoff vor allem vom Hersteller Biontech/Pfizer deutlich verringert wor­den sei.

Laut Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) von gestern sollen kommende Woche rund 1,1 Millionen Dosen weniger Biontech/Pfizer für die vertragsärztliche Versorgung zur Verfügung stehen.

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Laut den Lieferlisten des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums sollen in der kommenden Woche insgesamt 5,3 Millionen Dosen Deutschland erreichen. Davon sollen laut KBV 2,2 Millionen Dosen in die Praxen gehen, geplant waren aber 3,3 Millionen Euro.

Die KV Hamburg beklagt, dass mit weniger Impfstoffdosen „der viel beschworene Impfturbo ins Leere drehen könne“, so die KV. Außerdem: „Wie wir erfahren haben, müssen die Praxen aus ihrem Kontingent nicht nur die Impfdosen für Kinder und Jugendliche sicherstellen, sondern auch die Impfungen für Be­triebsärzte und Privatärzte“, so der Vorsitzende der KV Hamburg, Walter Plassmann.

Die KV Nordrhein kritisiert die geringe Verlässlichkeit der Lieferungen. „Das ist nicht nur ärgerlich für die Praxen, es ist für sie wie auch für das gesamte Impfgeschehen ein verheerendes Signal“, sagte der Vor­stands­vorsitzende Frank Bergmann.

Für die rund 5.400 Praxen in der KV-Region Nordrhein, die derzeit Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 verab­reichen würden, sei das eine schwierige Phase. „Wir haben aber die große Sorge, dass unsere niederge­lassenen Ärztinnen und Ärzte anfangen aus der Kampagne auszusteigen, wenn es bei den Impfstoffmen­gen und -bestellungen weiterhin keine Verlässlichkeit gibt“, so Bergmann weiter.

Änderungen bei Biontech

Ein Sprecher des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) erklärte heute, dass der Hersteller Biontech/Pfi­zer das Ministerium darüber informiert habe, dass es in den kommenden vier Wochen zu einer Anpass­ung der Lieferpläne kommen werde, insgesamt aber die Lieferzusagen für das Quartal eingehalten wür­den.

Laut aktualisierter Lieferübersicht soll Deutschland in der kommenden Woche wie geplant 5,13 Milli­o­nen Dosen erhalten. In den folgenden zwei Wochen sinke die Zahl dann auf 4,58 Millionen sowie 4,03 Millionen, statt wie bislang geplant jeweils bei 5,13 Millionen.

In den letzten beiden Juni-Wochen sollen die Lieferungen jeweils bei 5,96 Millionen Dosen liegen. Bis­lang sollten in allen Wochen im Monat Juni 5,13 Millionen Dosen geliefert werden. Zudem seien weitere Lieferungen von anderen Herstellern in der ersten Juni-Woche von 550.800 Dosen Moderna, 2,44 Millio­nen von Astrazeneca und 513.600 von Johnson & Johnson zugesagt.

Spekulationen, dass Rücklagen für die mög­lichen Impfungen für Kinder und Jugendliche der Grund für die geringere Zahl der Impfdosen für die kommende Woche sind, wollte das BMG weder bestätigen noch dementieren und ließ entsprechende Nachfragen bislang unbeantwortet.

Auf Nachfrage verwies eine BMG-Sprecherin auf den Beschluss der Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz vom 6. Mai, wonach die Länder „zusätzlich“ die notwendigen Impfstoffdosen bekommen sollen, sofern sie „durch ein Kon­zept sicherstellen, dass bis Ende August ein Impfangebot unterbreitet wird.“

Voraussetzung dafür ist, dass der Impfstoff für Kinder und Jugendliche zugelassen wird. Ziel des Be­schlusses ist ebenso, dass allen 12 bis 18-Jährigen bis Ende August ein Impfangebot gemacht werden soll. Die entsprechenden Konzepte, sollen bis Anfang Juni vorliegen. Niedersachsen hatte bereits ein solches Konzept erarbeitet.

Bei dem für Donnerstag anberaumtem Gipfelgespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderregierungschefs wird es neben den Impfungen für Kinder und Jugendliche auch um mögliche Auffrischungen gehen, wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte. © bee/aerzteblatt.de

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