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Ärzteschaft

Hausärztemangel droht sich vielerorts zu verschärfen

Donnerstag, 27. Mai 2021

/picture.jacker, stock.adobe.com

Stuttgart/Berlin – Probleme mit fehlenden Hausärzten drohen sich laut einer Studie in vielen Regionen zu verschärfen. Im Jahr 2035 könnten bundesweit knapp 11.000 Praxen unbesetzt sein, teilte die Robert Bosch Stiftung in Stuttgart mit – nach zuletzt 3.570 unbesetzten Arztsitzen 2019/2020.

Vor allem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Sachsen könne es schwierig werden, einen Hausarzt in der Nähe zu finden. In einigen Landkreisen gehe die Zahl der Hausärzte dort bis 2035 wohl um rund 50 Prozent zurück.

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Wie das Berliner IGES Institut im Auftrag der Stiftung analysierte, dürften ausgehend von rund 52.000 Hausärzten im Jahr 2019 bis 2035 altersbedingt fast 30.000 Hausärzte ausscheiden.

Nachbesetzt werden können dem Szenario zufolge wohl nur rund 25.000 Praxen – während die Zahl der zu besetzenden Hausarztsitze auch angesichts der alternden Bevölkerung zugleich auf 58.000 steigen könnte.

Daraus resultierten knapp 10.900 unbesetzte Sitze. Die Versorgungsdichte würde demnach von zuletzt 63 auf 57 Hausärzte pro 100.000 Einwohner abnehmen.

Gründe für die Probleme seien, dass sich wenige Nachwuchsmediziner dafür entscheiden, sich als Haus­arzt niederzulassen. Junge Ärzte bevorzugten statt Einzelpraxen zunehmend Angestellten­verhältnisse und Teilzeitmodelle. Als Lösungsvorschlag nennen die Studienautoren unter anderem lokalen Gesund­heitszen­tren mit multiprofessionellen Teams. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #722321
Hennighausen
am Freitag, 28. Mai 2021, 01:10

Weiterentwicklung der Kommunikation und Kooperation notwendig

Der Hausarzt vergangener Tage, der (fast) alles konnte und auch (fast) alles machte, ist Geschichte, und der Hausarzt/ die Hausärztin unserer Tage wird gebraucht (auch ich habe eine hausärztliche Internistin), hat aber nicht mehr den Nimbus vergangener Tage. Unlängst fragte sich in e. Internetportal eine Kollegin, ob die Hausärzte zum "Fußabtreter der Nation" geworden seien. Meine Prognose: Die hausärztliche Versorgung im S. d. primärärztlichen Versorgung muss erhalten bleiben ( als Beispiel: Impfung), aber es bedarf einer Weiterentwicklung der Kommunikation zwischen hausärztlicher und gebietsärztlicher Arbeit, was unter der Prämisse der oftmals unterbezahlten ärztlichen Leistung und der Tatsache, dass jeder Arzt/ jede Ärztin "Kapitän*in auf eigenem Schiff" ist, mit Sicherheit nicht leicht ist. So gilt es, hier "dicke Bretter zu bohren".
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