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Fachleute: „Tabakfreies“ Deutschland keine Utopie

Donnerstag, 27. Mai 2021

/dpa

Heidelberg – Weg mit der Tabakwerbung und her mit der Einheitsverpackung ohne Markenlogos: Eine Gruppe von Krebsforschern hat die Bundesregierung aufgefordert, den Tabakkonsum durch strenge Vor­schriften und Maßnahmen zu reduzieren.

Ein „tabakfreies“ Deutschland im Jahr 2040 sei „keine Utopie“, heißt es in einer heute publizierten Stra­tegie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), der Deutschen Krebshilfe und weiterer Organisa­tionen. Sie monieren, dass Deutschland „Schlusslicht in der Tabakkontrolle“ sei – andere Staaten mach­ten deutlich mehr Druck, um die Raucherzahlen zu drücken.

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Derzeit raucht etwa jeder vierte Erwachsene in Deutschland regelmäßig. Dieser Wert könnte aus Sicht der Wissenschaftler durch entschlossenes Handeln der Politik in knapp zwei Jahrzehnten auf fünf Pro­zent der Erwachsenen und zwei Prozent der Jugendlichen gedrückt werden.

„Tabakfrei“ bedeutet hier nicht null Prozent, unter anderem weil viele Kettenraucher wohl nicht von ihrer Sucht loskommen werden und es für ein legales Produkt immer Abnehmer geben wird.

Die Fachleute schlagen vor, die Tabaksteuer deutlich anzuheben, damit ein höherer Preis eine abschre­ckende Wirkung hat. Mindestens um zehn Prozent solle die Tabaksteuer pro Jahr steigen, lautet ihre For­derung. Bisher plant die Bundesregierung für 2022 bis 2026 nur mit Anhebungen von circa 2,5 Prozent per annum auf normale Zigaretten.

Außerdem sollte Tabakwerbung aus Sicht der Forscher komplett verboten werden. „Es soll der Tabakin­dustrie erschwert werden, ihre gesundheitsschädlichen Zigaretten als attraktive Lifestyle­produkte zu verkaufen“, sagte Katrin Schaller vom DKFZ.

Das umfangreiche Strategiepapier ist als Wortmeldung für die Bundestagswahl und die danach anste­hen­den Koalitionsverhandlungen gedacht. Aus Sicht der Forscher entstehen Deutschland durch die Folgen des Tabakrauchens jedes Jahr hohe Milliardenschäden, etwa weil Menschen frühzeitig sterben, erkranken oder arbeitsunfähig werden. © dpa/aerzteblatt.de

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