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Politik

Betriebsärzte sollen Impfzentren in Nordrhein-Westfalen nutzen können

Donnerstag, 27. Mai 2021

/picture alliance, Friso Gentsch

Bielefeld – In Nordrhein-Westfalen (NRW) können Betriebsärzte womöglich im kommenden Monat auf die Infrastruktur der Impfzentren zurückgreifen.

Vor allem öffentliche Betriebe sowie Handwerksbetriebe, die keine großen Impfstraßen aufbauen könn­ten, sollten diese Möglichkeit nutzen dürfen, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) heute beim Besuch eines Impfzentrums in Bielefeld. Die Zentren böten eine „gewaltige öffentliche Infrastruk­tur“.

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Das Ministerium wolle mit den Kassenärztlichen Vereinigungen eine „pragmatische Lösung“ für die Nut­zung der Impfzentren in den kommenden Wochen finden. Denkbar seien die Impfungen durch Betriebs­ärzte etwa in Randzeiten oder wenn die Zentren nicht voll ausgelastet seien, erläuterte der Minister.

Die Finanzierung der Zentren sei bis Ende September gesichert. Die Betriebsärzte sollen spätestens ab dem 7. Juni in die Impfkampagne eingebunden werden. © afp/aerzteblatt.de

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ASDRR
am Freitag, 28. Mai 2021, 08:39

Betriebsärzte brauchen keine Infrastruktur sondern Impfstoffe

Ein wahrscheinlich gut gemeinter Ansatz des Ge­sund­heits­mi­nis­ters, der allerdings vollkommen am tatsächlichen Problem vorbei geht. Die Leser könnten den Eindruck gewinnen, dass die Arbeitsmediziner/-innen und arbeitsmedizinischen Dienste in Deutschland nicht über die notwendige Infrastruktur verfügen, um die Beschäftigten der Betriebe gegen das SARS-CoV-2-Virus zu impfen. Dies ist in der Regel jedoch überhaupt nicht das Problem. Nahezu alle mir bekannten arbeitsmedizinischen Dienste stehen in den "Startlöchern" und könnten zeitnah mit Reihenimpfungen beginnen.

Tatsächlich werden seit Jahrzehnten durch diese Ärzte und arbeitsmedizinischen Dienste z.B. Grippeimpfungen für hunderttausende Beschäftigte durchgeführt. Kaum ein/e Arbeitsmediziner/-in wird darauf angewiesen sein, in "Randzeiten" die Impfzentren nutzen zu können.

An der Infrastruktur der arbeitsmedizinischen Einrichtungen wird es definitiv nicht liegen, wenn zum angekündigten Startdatum am 07.06.2021 kaum Impfungen durch Betriebsärzte/-innen durchgeführt werden. Aktuell sieht es so aus, dass voraussichtlich nur ein Bruchteil der benötigten Impfdosen geliefert werden. Die Einbeziehing der Arbeitsmediziner/-innen und demnächst auch Kinderärzte in die Impfkampagne führt lediglich dazu, dass der ohnehin schon knappe Impfstoff auf noch mehr Ärzte/Ärztinnen aufgeteilt wird.

Den Unmut darüber bekommen allerdings aktuell, leider nicht die für die Impfstoffbeschaffung verantwortlichen Stellen, sondern die Menschen zu spüren, die seit Jahren hochprofessionell und mit großem Engagement Unternehmen zu allen Fragen des betrieblichen Gesundheitsschutzes beraten. Durch die Politik sind Erwartungen geschürt worden, die nun auf Grund zu geringer Impfstoffmengen nicht erfüllt werden können. Es wäre nur fair, wenn die Herren Spahn und Laumann dies auch mal deutlich öffentlich bekennen würden, um die involvierten Ärzte und Ärztinnen vor den durch die Politik befeuerten Erwartungshaltung der Unternehmen zu schützen.
LNS
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