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Medizin

Post-COVID-Syndrom auch nach mildem Krankheitsverlauf möglich

Donnerstag, 27. Mai 2021

/sdecoret, stock.adobe.com

Köln – Auch Patienten mit einem milden Krankheitsverlauf erholen sich manchmal nur langsam von COVID-19. Von den Patienten einer Post-COVID-Ambulanz klagte einer Studie in Lancet Regional Health - Europe (2021; DOI: 10.1016/j.lanepe.2021.100122) zufolge jeder 8. Patient auch 7 Monate nach dem Ende der Erkrankung noch über Residualsymptome.

Die Uniklinik Köln hatte Anfang April 2020 eine Spezialsprechstunde für COVID-19-Genesene einge­richtet, die infolge der Infektion noch unter einer Riech- und/oder Schmeckstörung leiden. Von den 958 Patienten, die sich vorstellten, waren die meisten nur leicht an COVID-19 erkrankt.

Nur 28 Patienten waren in der akuten Phase der Erkrankung im Krankenhaus behandelt worden. Alle Patienten wurden nach einer Eingangsuntersuchung mit Bestimmung des Antikörpertiters zu 2 Nach­folgeterminen nach etwa 4 und 7 Monaten wieder eingeladen. Nur 442 und 353 Patienten nahmen die Termine wahr. Die Leiterin der post COVID-Sprechstunde, Clara Lehmann, geht davon aus, dass die übrigen sich inzwischen großenteils erholt haben.

Von denen, die sich erneut vorstellten, gaben nicht wenige weiterhin Beschwerden an. Nach 4 Monaten klagten von 442 Patienten noch 12,4 % über eine Anosmie, 11,1 % über eine Ageusie, 9,7 % über Abge­schlagenheit und 8,6 % über Kurzatmigkeit.

Nach 7 Monaten litten von 353 Patienten noch 14,7 % unter Anosmie, 13,6 % unter Atemnot, 14,7 % unter Abgeschlagenheit und 11,0 % unter Ageusie. Weitere Residualsymptome waren Kopfschmerzen (3,7 %), Alopezie (2,5 %) und Durchfall (1,1 %).

Eines der 4 Kardinalsymptome eines Post-COVID-Syndroms (Anosmie, Ageusie, Müdigkeit oder Atemnot) trat bei 27,8 % im 4. Monat und bei 34,8 % im 7. Monat nach Beginn der Infektion auf. Bezogen auf die Gesamtzahl aller 958 Patienten, die sich zu Beginn vorgestellt hatten, entspricht dies einem Anteil von 12,8 %.

Er dürfte in Wirklichkeit höher liegen, da auch einige Patienten, die die Mitarbeiter der Post-COVID-Sprechstunde telefonisch kontaktieren konnten, über gesundheitliche Einschränkungen klagten.

Die wichtigsten Prädiktoren für eine Persistenz der Symptome waren multiple Symptome (Odds Ratio OR 1,28), Durchfall (OR 2,19), Ageusie (OR 2,16), Anosmie (OR 3,79) und ein niedriger Antikörpertiter bei der Eingangsuntersuchung. Männer klagten seltener über Residualsymptome als Frauen (OR 0,49). © rme/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #707660
PatrickR
am Montag, 31. Mai 2021, 19:46

Es gibt aber auch Häufig das Gegenteil

Auch nach schweren Verläufen ist das Ausbleiben eines long Covid Syndroms möglich.
Weiterhin soll ein Risiko einer Sinusvenenthrombose bei bestimmten Impfstoffen für junge Frauen akzeptabel sein, weil sie ja extrem selten sind aber gleichzeitig das genauso seltene , wenn nicht sogar noch seltenere PIMS Syndrom von Kindern mit aller MAcht bekämpft werden um die Impfung für Kinder durchzudrücken. Wie bei vilen Dingen sieht man hier die unausgewogene Betrachtungsweise in dieser Pandemie, von Dingen mit ähnlicher Seltenheit soll das eine akzeptiert aber das andere unbedingt bekämpft werden.
Avatar #850553
wichi
am Sonntag, 30. Mai 2021, 21:32

Langsame Erholung könnte durch Vitamin-D Mangel verursacht sein

Wie lange dauert es noch, bis endlich erwählt wird, das Vitamin-D ein wichtiger Faktor von Long-Covid ist.
Viele der Folgen, die man man nach einer COVID-19 Erkrankung hat, treten auch ohne vorherige Erkrankung bei einem Vitamin-D Mangel auf.

Vitamin-D wird zur Aktivierung von T-Zellen gegen Viren verbraucht.
Siehe Studie Universität Kopenhagen "CORDIS Sonne unverzichtbar für starkes Immunsystem"
"...T-Zellen brauchen unbedingt ausreichende Mengen an Vitamin D im Blut, um in Aktion treten und entsprechend funktionieren zu
können..
Sind keine ausreichenden Mengen dieses Vitamins im Blut verfügbar - so die Forscher - blieben die Zellen in einem schlafähnlichen
Zustand und seien daher unfähig zur "Aktivierung" und somit zur gezielten Bekämpfung fremder Krankheitskeime. "

Bei vielen Erkrankten ist nach der akuten Phase der Vorrat aufgebraucht, und reicht nicht mehr aus um die verbleibenden Viren zu bekämpfen.
Ohne schnellen Ausgleich des Mangels kann die Erholung lange somit dauern.
Eine Vitamin-D Supplementation hilft bei Fatigue, einer der meistgenannten Folgen von Long-Covid.
Doppelblindstudie der Universität Zürich
"Effect of vitamin D3 on self-perceived fatigue"
Die Patienten der Vitamin-D Gruppe erholten sich 4 mal schneller als die der Vergleichsgruppe.

Das kann auch bei Long-Covid der Fall sein, wenn die Hauptursache ein Vitamin-D Mangel ist.

Es gibt inzwischen auch eine Empfehlung der Charite Klinik zur Behandlung von Long COVID in der die Empfohlene Dosis 1000-2000 I.E. ist.
https://cfc.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/kompetenzzentren/cfc/Landing_Page/Therapieempfehlungen_PVF_4_21.pdf

Da ist allerdings zu wenig um sich schnell zu erholen.
Nach einer Erkrankung findet der Vitamin-D Spiegel häufig im Bereich vom 10ng/ml. Um diesen auf 30ng/ml zu erhöhen muss man insgesamt 210.000 I.E zuführen(75Kg, Vitamin-D Rechner).
Das dauert bei 2000 I.E. 105 Tage, somit kann man sich nicht schnell erholen.

Ch.Wiechering
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Donnerstag, 27. Mai 2021, 20:06

Es ist zu vermuten,

dass für Long-Covid diese Parole verantwortlich ist: „Bei einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung ist keine Ergänzung der Nahrung mit Vitaminen und Mineral- bzw. Spurenstoffen erforderlich.“ In der Tierhaltung ist es völlig anders. Es wird mit Sicherheit kein industriell hergestelltes Mischfutter angeboten, das nicht mit Vitaminen und Mineralstoffen aufgewertet ist. Verschärft wird diese Situation, dass der menschliche Organismus — im Unterschied zum tierischen — nicht imstande ist, seinen Vitamin-C-Bedarf durch Eigensynthese zu decken.
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