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Ausland

WHO: Afrika braucht dringend 20 Millionen Corona­impfstoffdosen

Freitag, 28. Mai 2021

/picture alliance, Xinhua News Agency, Seth

Brazzaville – Afrika benötigt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) binnen der kom­men­den sechs Wochen mindestens 20 Millionen Impfstoffdosen des Herstellers Astrazeneca. Nur so könnten alle, die eine erste Dosis mit diesem Vakzin erhalten hätten, innerhalb des empfohlenen acht- bis zwölfwöchigen Intervalls den zweiten Piks bekommen, teilte die WHO gestern mit.

Zusätzlich würden weitere 200 Millionen Coronaimpfstoffdosen benötigt, damit der Kontinent bis Sep­tember 2021 zehn Prozent seiner Bevölkerung impfen könne. Bislang wurden nach WHO-Angaben in Afrika 28 Millionen COVID-19-Dosen verschiedener Hersteller verabreicht. Das seien weniger als zwei Dosen pro 100 Menschen in Afrika. Weltweit wurden laut WHO bereits 1,5 Milliarden Coronaimpfungen verabreicht.

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Die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti, sagte: „Afrika braucht jetzt Impfstoffe. Jede Pause bei unseren Impfkampagnen wird zu verlorenen Leben und verlorener Hoffnung führen.“ Es sei zu früh, um zu sagen, ob Afrika an der Schwelle zu einer dritten Welle stehe.

„Wir wissen jedoch, dass die Zahl der Fälle ansteigt und die Uhr tickt. Daher appellieren wir dringend an die Länder, die ihre Hochrisikogruppen geimpft haben, den Austausch von Dosen zu beschleunigen, um die am meisten gefährdeten Menschen vollständig zu schützen.“

Frankreich ist der WHO zufolge das erste Land, das COVID-19-Impfstoffe aus seinen eigenen Beständen zur Verfügung stellt und mehr als 31.000 Dosen an Mauretanien gespendet hat. Zudem habe das Land zugesagt, in den nächsten Wochen eine halbe Million weiterer Dosen an sechs afrikanische Länder zu verteilen.

Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten haben über 100 Millionen Dosen für einkommens­schwache Länder bis Ende 2021 zugesagt. Die USA haben laut WHO zugesagt, 80 Millionen Dosen einkommensschwachen Ländern zur Verfügung zu stellen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sicherte Südafrika heute deutsche Unterstützung bei der Bekämpfung der Pandemie zu. Zum Auftakt eines zweitägigen Besuchs versprach der CDU-Politiker in Johannesburg weitere Hilfe der Bundesregierung beim Aufbau der Produktion von Impfstoffen gegen das Virus. Südafrikas Gesundheitsminister Zweli Mkhize informierte über den aktuellen Stand der Pandemie in dem 59-Millionen-Einwohner-Land.

Spahn sagte, der Aufbau einer solchen Produktion brauche einen guten Technologietransfer. „Eine frei­willige Kooperation aus Überzeugung ist immer effektiver als eine erzwungene“, fügte der Minister mit Blick auf Debatten über eine Aufweichung des Patentschutzes hinzu. Deutsche Impfstoffentwickler wollten mit anderen Herstellern in der Welt kooperieren. „Wir möchten Sie dabei unterstützen“, sagte Spahn.

Bei dem Treffen im Institut für übertragbare Krankheiten (NICD) in Johannesburg führte ein Rundgang auch zu einem von Deutschland finanzierten Analysegerät für PCR-Tests. In der Hauptstadt Pretoria will Spahn eine Initiative auf den Weg bringen, mit der Deutschland und Frankreich ihre Unterstützung für den Aufbau einer Coronaimpfstoffproduktion in Afrika unterstreichen wollen. Dazu wird auch der fran­zösische Präsident Emmanuel Macron erwartet.

Hintergrund des Besuchs sind auch Ankündigungen der EU, Herstellung und Zugang zu Impfstoffen in Afrika zu fördern. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte vergangene Woche angekündigt, dass die EU mit einer Milliarde Euro den Bau von Standorten unterstützen werde. © dpa/aerzteblatt.de

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