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Ärzteschaft

KBV ruft Politik zu Verlässlichkeit bei Impfstofflieferungen auf

Freitag, 28. Mai 2021

/picture alliance, Fabio Cimaglia, IPA

Berlin – In der Impfkampagne muss es für die niedergelassenen Ärzte endlich mehr Sicherheit bei den zugesagten Impfstofflieferungen geben. Darauf drängt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) heute die Politik im Nach­gang zum gestrigen Impfgipfel.

„Wir brauchen – und zwar so schnell wie möglich – endlich Verlässlichkeit, Planbarkeit und ausreichen­de Impfstoffmengen für die Praxen“, sagte KBV-Chef Andreas Gassen. Die Niedergelassenen seien nicht die Resterampe beim Impfen.

„Dass Betriebsärzte mitimpfen ist sinnvoll, wenn es mehr Impfstoff gibt“, so Gassen. Es dürfe dadurch aber nicht zu Kürzungen der Liefermengen in den Praxen kommen. Gerade mit Wegfall der Priorisierung ab dem 7. Juni brauchten die Praxen deutlich mehr und nicht weniger Impfstoff. Auch der stellvertre­ten­de Vorstandsvorsitzende der KBV, Stephan Hofmeister, mahnte, die Impfstoff­men­gen dürften nicht ein­seitig aus Beständen der Praxen gekürzt werden, um diese umzuverteilen.

„Und es darf nicht sein, dass die Frage, ob die Schule besucht werden kann, mit einer Impfentscheidung verknüpft wird“, führte Hofmeister aus. „Das Versagen der Bildungspolitiker, die Schulen auf eine Pande­mie vorzubereiten, wofür sie lange genug Zeit hatten, kann nun nicht einfach übertüncht werden mit Massenimpfungen.“ Schon gar nicht dürften Kinder und Jugendliche als „große Verlierer der Coronapan­demie“ jetzt zu Impfungen mit unklarem Nutzen für diese Gruppe gedrängt werden.

„Wenn sich alle Erwachsenen, für die die Impfung unbestritten sinnvoll ist, impfen lassen, sollte das für die Pandemiekontrolle völlig ausreichend sein“, so Gassen.

„Nach den bisher vorliegenden Studiendaten haben gesunde Kinder und Jugendliche ein minimales Ri­siko für schwere Verläufe durch Erkrankungen mit SARS-CoV-2. Das individuelle Gefährdungspotenzial kann daher eine allgemeine Impfempfehlung schwierig machen, wenn es sehr niedrig ist. Somit ist die fehlende generelle Impfempfehlung der STIKO nachvollziehbar“, sagte Gassen.

KBV und Kassenärztliche Vereinigungen appellierten heute zugleich an die Bürger, nicht die Praxen zu stürmen, sondern Geduld zu haben. Der fehlende Impfstoff sei für die Ärzte „frustrierend“. Aber noch schlimmer sei es für sie, wenn Patienten ihren Ärger vor allem am Praxispersonal auslassen würden.

„Das geht nicht! Dieser Ärger trifft die Falschen, die die Situation nicht zu verantworten haben. Verant­wortlich sind die politischen Entscheider auf Bundes- und Landesebene“, erklärte Gassen. Er sprach ge­meinsam mit Hofmeister, KBV-Vorstand Thomas Kriedel und allen Vorständen der 17 KVen den Haus- und Fachärzten und allen Medizinischen Fachangestellten „Dank und Anerkennung“ aus. © may/aha/EB/aerzteblatt.de

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