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Ärzteschaft

Vertragsärzte halten Aufhebung der Impfpriorisierung für verfrüht

Montag, 31. Mai 2021

/picture alliance, Robert Michael

Hannover – Die niedergelassenen Mediziner in Niedersachsen halten die Aufhebung der Impfprio­risierung am 7. Juni für verfrüht.

Es seien noch längst nicht alle Menschen in der Prioritätsgruppe 3 gegen COVID-19 geimpft worden, sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Detlef Haffke, der Deutschen Presse-Agentur.

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Zu rechnen sei mit einem noch größeren Ansturm und noch mehr Überlastung in den Praxen. Das große Problem sei, dass die zu erwartenden Liefermengen nicht für alle Impfberechtigten reichen. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat den Coronaimpfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer auch für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen.

„Ganz viele Menschen müssen sich in Geduld üben“, sagte Haffke. Den Ansturm könnten die Impfzentren und die Praxen nur gemeinsam bewältigen. Dem KVN-Sprecher zufolge wenden sich die meisten Men­schen zunächst an ihren Hausarzt. Bei 90 Prozent der Anfragen an Praxen gehe es zur Zeit um den Wunsch nach einer Coronaimpfung.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte sich nach dem Impfgipfel in Berlin dafür ausgesprochen, den Impfzentren besonders in ländlichen Regionen mehr Spielraum zu geben. So könnten die mobilen Teams der Zentren vor allem in ländlichen Regionen eingesetzt werden, wo es zu wenige niedergelassene Ärztinnen und Ärzte gibt.

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) begrüßte diesen Vorstoß. Die KVN sieht dagegen keine Unterschiede zwischen Stadt und Land, was die Coronaimpfungen angeht. Vielmehr sei das Problem die begrenzte Impfstoffmenge.

Weil hält die Aufhebung der Priorisierung am 7. Juni für richtig, wie er nach dem Impfgipfel sagte. Schließlich umfassten die ersten drei Prioritätsgruppen bereits 5,5 Millionen Menschen in Nieder­sachsen. In Niedersachsen wohnen rund 8 Millionen Menschen (Stand: 31. Dezember 2019). Die Länder können selbst entscheiden, ob sie in den Impfzentren die Priorisierung aufrechterhalten wollen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es zuletzt etwa 36.000 Impfungen am Tag in den Impf­zentren und 60.000 Impfungen in den Arztpraxen. Insgesamt haben die Impfzentren 2,04 Millionen Menschen einmal geimpft, 975.000 haben auch den zweiten Piks erhalten. Bei den Ärzten gab es 1,14 Millionen Erstimpfungen, 262.000 Menschen wurden schon vollständig geimpft.

Ministerin Daniela Behrens (SPD) hat Verhandlungen mit dem Bund über höhere Liefermengen für die Impfzentren angekündigt. Deutschland werde in den kommenden Wochen über mehr Impfstoff verfügen, doch der Bund wolle es bei 230.000 Dosen pro Woche für die Impfzentren in Niedersachsen belassen. © dpa/aerzteblatt.de

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