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Wirtschaftliche Situation der Praxen bleibt schwierig

Montag, 31. Mai 2021

/Have a nice day, stock.adobe.com

Düsseldorf – Die Coronapandemie belastet Arztpraxen und Apotheken weiterhin auch ökonomisch. Das signalisiert eine Befragung der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank). Die Befragung fand online statt, 389 Heilberufler beteiligten sich daran, darunter 118 Fach- und 54 Hausärzte.

Danach kämpfen 44 Prozent der Befragten mit rückläufigen Umsätzen und 40 Prozent verzeichnen geringere Patienten- beziehungsweise Kundenzahlen. Auch die Liquidität im Praxis- beziehungsweise Apothekenbetrieb ist für einige Inhaber weiterhin eine Herausforderung: Das Begleichen von laufenden Zahlungen stellt auch nach einem Jahr Pandemie noch 28 Prozent der Befragten vor eine schwierige Aufgabe. Das Bedienen der Betriebskredite ist für jeden Fünften herausfordernd.

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Mit rund 80 Prozent der Befragten schätzen vor allem Hausärzte die Auswirkungen der Pandemie auf die Gesellschaft und das soziale Leben als hoch ein. 72 Prozent der Hausärzte empfinden die Reaktionszeit und den Umfang der staatlichen Maßnahmen als nicht ausreichend. Sie sind damit im Vergleich zu den anderen Heilberufsgruppen am kritischsten.

Für die Hälfte der Befragten hatte der erste Lockdown die stärksten Folgen auf den Praxisbetrieb – für die anderen 50 Prozent war es der zweite.

Bereits 29 Prozent der Hausärzte haben in den vergangenen zwölf Monaten Ausgleichszahlungen durch die Kassenärztlichen Vereinigungen beantragt. Weitere 18 Prozent planen dies. 87 Prozent der Hausärzte sind laut der Befragung bereit, in ihrer Praxis zu impfen.

35 Prozent der Fachärzte haben bislang Ausgleichszahlungen beantragt und weitere sieben Prozent planen dies laut der Umfrage für die Zukunft. Allerdings empfinden nur 20 Prozent der Befragten den Coronarettungsschirm als ausreichend. Darüber hinaus fühlen sich 85 Prozent der Befragten im Hinblick auf ihre Berufsinteressen bisher nicht angemessen vertreten. 43 Prozent der Fachärzte sind dazu bereit und verfügen über die notwendige Ausstattung, um in der eigenen Praxis gegen Corona zu impfen.

„Die Pandemie hat deutliche Spuren in der ambulanten Versorgung hinterlassen“, resümiert Daniel Zehnich, Leiter des Bereichs Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik der apoBank, die Ergebnisse der Umfrage. Bemerkenswert sei das Engagement der Praxis- und Apothekeninhaber: Jeder fünfte Nieder­gelassene habe auf Privatvermögen zurückgegriffen, um trotz wirtschaftlicher Engpässe, die Versorgung zu sichern.

Nach einem Jahr Pandemie nimmt das Verständnis für die Maßnahmen der Bundesregierung zur Pande­mieb­ekämpfung laut der Befragung bei Heilberuflern ab: Während im April 2020 noch jeder zweite Befragte das Gesundheitssystem in der Lage sah, die Krise wirksam zu bewältigen (51 Prozent), stimmen der Aussage heute nur noch 37 Prozent zu.

„Die Befragten hätten sich gewünscht, viel früher und stärker in die strategischen Überlegungen einbe­zogen worden zu sein. Diese Stimmen sollten nicht ignoriert werden, vielmehr sollte die Fachexpertise derjenigen, die am nächsten an den Patienten sind, künftig stärker integriert werden“, betonte Zehnich. © hil/aerzteblatt.de

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