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Medizin

Studie: Globale Erwärmung erklärt jeden 3. Hitzetodesfall

Dienstag, 1. Juni 2021

/John Smith, stock.adobe.com

London – Mehr als 1/3 aller hitzebedingten Todesfälle waren in den letzten Jahrzehnten auf die Klima­erwärmung zurückzuführen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie in Nature Climate Change (2021; DOI: 10.1038/s41558-021-01058-x).

Zahlreiche epidemiologische Studien haben gezeigt, dass Hitzewellen zu einem Anstieg der Mortalität in der Bevölkerung führen. Besonders deutlich wird dies in Jahren, in denen die sommerlichen Tempera­turen über mehrere Tage auf über 30°C ansteigen.

In Deutschland hat nach einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts die Hitzewelle von 1994 zu 10.200 zusätzlichen Todesfällen geführt (Deutsches Ärzteblatt, 2020; DOI: 10.3238/arztebl.2020.06). Weitere schwere Hitzewellen gab es in den Jahren 2003 (9.600 Todesfälle), 2006 (7.900 Todesfälle) und 2015 (5.200 Todesfälle).

Klimaforscher haben ermittelt, dass die globale Durchschnittstemperatur bereits um etwa 1°C gestiegen ist. Ein Teil der hitzebedingten Todesfälle ist demnach bereits auf den Klimawandel zurückzuführen. Ein Team um Antonio Gasparrini von der London School of Hygiene & Tropical Medicine schätzt den Anteil in einer „Detection & Attribution“-Studie auf etwa 37 %.

Der Anteil schwankte in den 732 untersuchten Städten aus 43 Ländern stark. Am höchsten war er in Mittel- und Südamerika (mit einem Anteil von bis zu 76 % beispielsweise in Ecuador oder Kolumbien) und Südostasien (zwischen 48 % und 61 %).

Die absolute Zahl der Todesfälle ist über den gesamten Untersuchungszeitraum von 1991 bis 2018 relativ gering. Gasparrini ermittelt für Santiago de Chile im jährlichen Mittel pro Jahr 136 zusätzliche Todesfälle, was dort einem Anteil an 44,3 % aller hitzebedingten Todesfälle in der Stadt entspricht.

In Athen sterben jedes Jahr zusätzlich 189 Menschen hitzebedingt (Anteil 26,1 %), in Rom sind es 172 (32 %), in Tokio 156 (35,6 %), in Madrid 177 (31,9 %), in Bangkok 146 (53,4 %), in London 82 (33,6 %), in New York 141 (44,2 %) und in Ho-Chi-Minh-Stadt 137 (48,5 %).

Die zusätzlichen Todesfälle sind nicht allein auf die steigenden Temperaturen zu rückzuführen. Eine Luftverschmutzung durch Waldbrände wie zuletzt in Kalifornien oder die Ausbreitung von Infektions­krankheiten, deren Überträger sich infolge der steigenden Temperaturen ausbreiten (von Dengue bis Zika), spielen laut Gasparrini ebenfalls eine Rolle.

Bei dem zu erwartenden weiteren Anstieg der Temperaturen könnte die Zahl der klimabedingten Todes­fälle weiter ansteigen, warnt der Epidemiologe. © rme/aerzteblatt.de

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