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Medizin

Adipositas: Tai Chi hilft Chinesen beim Abnehmen

Freitag, 11. Juni 2021

/May_Chanikran, stock.adobe.com

Hongkong – Die langsamen meditativen Bewegungen beim Tai Chi haben in einer randomisierten Studie den Bauchumfang von älteren Menschen ostasiatischer Herkunft ebenso gut vermindert wie ein regel­mäßiges Sportprogramm, wie die jetzt in den Annals of Internal Medicine (2021; DOI: 10.7326/M20-7014) veröffentlichten Ergebnisse zeigen.

Auch in China hat die Zahl der übergewichtigen und fettleibigen Menschen und damit der Typ-2-Diabetiker zugenommen. Ostasiaten sind sogar besonders anfällig, weil der Fettanteil in ihrem Körper von Natur aus höher ist als bei Europäern. Außerdem neigen viele Asiaten zur viszeralen Adipositas.

Mediziner aus Hongkong haben jetzt in einer Studie untersucht, ob das in China weiterhin populäre Tai Chi Erwachsenen helfen könnte, ihre Gewichtsprobleme in den Griff zu bekommen und ob die lang­samen meditativen Bewegungen vielleicht sogar bessere Ergebnisse erzielen als die in westlichen Län­dern beliebten aeroben Sportübungen, die auf einen vermehrten Verbrauch von Kalorien zielen.

Parco Siu von der Universität Hong Kong hat zusammen mit US-Forschern in einer randomisierten Studie die beiden Methoden miteinander verglichen. An der Studie nahmen 543 Männer und Frauen asiatischer Herkunft teil, die mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 26 zu 75 % übergewichtig oder adipös waren (die Welt­gesund­heits­organi­sation stuft Asiaten ab einem von BMI 23 als übergewichtig und ab einem von BMI 25 als adipös ein).

Bei einem Bauchumfang von im Mittel 92 cm litten die meisten unter einer viszeralen Adipositas (Grenz­wert sind hier 80 cm bei Frauen und 85 cm bei Männern). Mehr als die Hälfte der Teilnehmer hatte denn auch eine Hypertonie, ebenso viele eine Dyslipidämie und etwa 15 % waren bereits an einem Typ-2-Diabetes erkrankt.

Die Teilnehmer wurden auf 3 Gruppen randomisiert. Die 1. Gruppe nahm über 12 Wochen 3 Mal die Woche für 1 Stunde an einem leichten Sportprogramm teil mit schnellen Gehübungen und einem Mus­ke­l­training, wie es auch in westlichen Ländern zur Prävention von kardiometabolischen Erkrankungen empfohlen wird. Die 2. Gruppe besuchte während der gleichen Zeit einen Tai Chi-Lehrgang zum Yang-Stil, die weltweit verbreitetste Tai Chi-Form. Eine 3. Gruppe erhielt nur monatliche Telefonanrufe.

Primärer Endpunkt war die Entwicklung des Bauchumfangs. Wie Siu berichtet, kam es in der Kontroll­gruppe während der 12 Wochen zu einer leichten Zunahme um 1,7 cm (von 91,6 auf 93,3 cm), während sich der Bauchumfang in der Sportgruppe um 0,6 cm (von 92,3 auf 91,6 cm) verminderte. In der Tai Chi-Gruppe kam es zu einem Rückgang um 2,6 cm (von 92,4 auf 89,8 cm).

Die Differenz der beiden Interventionen zur Kontrollgruppe war in einer adjustierten Analyse signifikant, während zwischen Tai Chi- und Sportgruppe kein Unterschied bestand. Bei einer Nachuntersuchung nach 38 Wochen waren die Ergebnisse ähnlich. In den beiden Interventionen lag der Bauchumfang weiter unter dem Anfangswert, während es in der Kontrollgruppe zu einer leichten Zunahme der visze­ralen Adipositas gekommen war.

Auch in den Stoffwechselparametern waren Vorteile erkennbar. Die Triglyzeridwerte besserten sich, beim HDL-Cholesterin konnte der Rückgang gegenüber der Kontrollgruppe leicht abgeschwächt werden. Beim Nüchternblutzucker und den Blutdruckwerten waren dagegen keine signifikanten Unterschiede nach­weis­bar. Es erscheint deshalb zweifelhaft, ob die sportlichen Übungen und die meditativen Bewegungen von Tai Chi allein in der Lage sein werden, die Chinesen vor den Folgen der Überernährung zu schützen. © rme/aerzteblatt.de

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