NewsMedizinHeterologe Coronaimpfung in deutscher Studie gut verträglich und wirksamer
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Heterologe Coronaimpfung in deutscher Studie gut verträglich und wirksamer

Donnerstag, 3. Juni 2021

/picture alliance, Peter Endig

Berlin – Eine heterologe Impfserie mit Astrazeneca-Erstimpfung und Biontech/Pfizer-Zweitimpfung hat für Impflinge laut einer vorläufigen Studienauswertung der Berliner Charité wohl keine Nachteile bei Wirksamkeit und Verträglichkeit. Eine Kombination der Präparate in einem Abstand von zehn bis zwölf Wochen sei laut der Studie gut verträglich und rufe vergleichbare Immunantworten wie eine Impfserie mit zweimal Biontech/Pfizer hervor, schrieb Charité-Wissenschaftler und Seniorautor Leif Erik Sander auf Twitter.

Hintergrund der heterologen Impfserie ist eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) nach dem Bekanntwerden von seltenen, aber schweren thrombotischen Komplikationen nach Astrazeneca-Erstimpfungen vor allem bei Jüngeren. Aus Risiko-Nutzen-Abwägungen heraus wird Menschen unter 60 Jahren, die schon eine Astrazeneca-Impfung haben, eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wie dem von Biontech/Pfizer empfohlen.

Anzeige

An Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit einer heterologen Impfserie mangelt es allerdings noch. Die Zwischenauswertung der Charité ist bislang erst als Preprint veröffentlicht worden und hat noch keinen Peer Review durchlaufen.

Das Team um Sander erhob und verglich Daten von rund 340 Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die zwischen 27. Dezember 2020 und 21. Mai 2021 an der Charité in Berlin geimpft worden waren. Eine Gruppe war zweifach mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer im Abstand von drei Wochen geimpft worden. Die andere Gruppe hatte erst eine Impfung mit Astrazeneca und 10-12 Wochen später eine Impfung mit Biontech/Pfizer erhalten.

Impfreaktionen fielen vergleichbar aus

Es stellte sich heraus, dass die Impflinge die heterologe Impfserie mit dem Vektorimpfstoff von Astrazeneca und dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer insgesamt gut vertrugen. Die Impfreaktionen hätten im Großen und Ganzen denen der homologen Impfserie mit zwei Dosen Biontech/Pfizer-Impfstoff entsprochen, so die Wissenschaftler.

Alle Impfungen waren mit einer relativ hohen Frequenz von Lokalreaktionen assoziiert, meist Schmerzen und Schmerzempfindlichkeit. Doch die Lokalreaktionen vielen üblicherweise mild bis moderat aus.

Unterschiede gab es dagegen bei den systemischen Reaktionen. Diese waren am häufigsten nach der Erstimpfung mit dem Astrazeneca-Vakzin (86,49%; 95%-KI 80,05-91,08) und nach der homologen Zweitimpfung mit Biontech/Pfizer (64,78%; 95%-KI 57,09-71,78).

Nach der Erstimpfung mit Biontech/Pfizer berichteten dagegen nur 38,76% (95%-KI 31,92-46,09) von systemischen Reaktionen und auch nach der heterologen Biontech/Pfizer-Zweitimpfung waren es nur 51,52% (95%-KI 41,80-61,12).

Schwere systemische Reaktionen wie Fatigue, Myalgie, Kopfschmerzen, Fieberhaftigkeit oder Schüttelfrost sowie Fieber > 38°C wurden häufiger nach der Erstimpfung mit AstraZeneca und der homologen Zweitimpfung mit Biontech/Pfizer berichtet.

Lebensbedrohliche Ereignisse traten überhaupt nicht auf. Die überwiegende Mehrheit der Impfreaktionen wurde an Tag 1 und Tag 3 nach der Impfung berichtet. Bis Tag 7 waren die Reaktionen im Allgemeinen abgeklungen.

Antikörper- und T-Zellantwort ist bei heterologem Schema sogar besser

Sowohl nach der homologen als auch nach der heterologen Zweitimpfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer kam es zu einer deutlich sichtbaren Antikörperantwort: Die Immunogenizität der beiden Impfserien sei robust und in beiden Gruppen vergleichbar gewesen. In beiden Gruppen lag der Anteil an Impflingen mit Antikörpern gegen das Spike-Protein (S1) von SARS-CoV-2 und auch neutralisierenden Antikörpern drei Wochen nach der Zweitimpfung bei nahezu 100 Prozent. Nur die S1-IgG-Avidität fiel nach der heterologen Zweit-Impfung etwas stärker aus.

Ein weiterer wichtiger Marker für die Immunogenizität eines Impfstoffs ist die T-Zell-Antwort. In diesem Zusammenhang berichten die Autoren um Sander, dass die T-Zell-Antwort nach der heterologen Zweitimpfung signifikant stärker ausfiel als nach der homologen Zweitimpfung.

Das Forscherteam schlussfolgert aus seinem Ergebnissen, dass die Kombination von Astrazeneca und Biontech/Pfizer mit 10- bis 12-wöchigem Impfintervall gut verträglich und dabei sogar ein wenig immunogener ist als die homologe Biontech/Pfizer-Impfung im Abstand von 3 Wochen.

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek schrieb auf Twitter, es handle sich um „wichtige Daten“. Sie kommentierte: „Kurz zusammengefasst: Immunantwort ist (wie erwartet) sehr gut und vergleichbar mit homologer Impfung mit mRNA Impfstoff.“ SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach twitterte: „Diese Kombi wird gut vertragen und wirkt noch etwas stärker als doppelte Biontech-Impfung. Die Kombination kann man empfehlen.“

Unterschiede und Übereinstimmungen mit anderen Studien

Die Forscher selbst schränken ein, dass es sich nicht um eine randomisiert-kontrollierte Studie handle. Unklar sei, inwieweit beobachtete Unterschiede auch mit dem längeren Impfintervall der Gruppe mit heterologer Impfserie zusammenhängen könnten.

Die Ergebnisse scheinen teils im Widerspruch zu einer kürzlich veröffentlichten Lancet-Studie zu stehen, derzufolge Impflinge bei zwei unterschiedlichen Impfstoffen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde und moderate Nebenwirkungen nach der zweiten Dosis haben.

Die Charité-Wissenschaftler weisen aber auf Unterschiede beim Studiendesign, dem Alter der Probanden und unterschiedliche Impfintervalle hin. Der längere Abstand zwischen den beiden Dosen in der Berliner Untersuchung könne mit den weniger stark ausgeprägten Impfreaktionen zu tun haben, so die Vermutung.

Was die Hinweise auf eine etwas bessere Wirkung des heterologen Impfschemas angeht, stimmen die Ergebnisse dagegen mit einer ebenfalls kürzlich veröffentlichten Zwischenauswertung einer spanischen Studie überein. Sie zeigte eine besonders starke Immunantwort bei einer Kombination von Astrazeneca und Biontech/Pfizer. © nec/dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #745246
Andre B.
am Mittwoch, 9. Juni 2021, 04:07

WHO Datenbank: 800000 Impf-nebenwirkungen: 140000 mehr als vor 2 Wochen

799.668 Impf-Nebenwirkungen und 5.066 Todesfälle. 140.000 mehr als vor 14 Tagen! Die vollständige Liste mit 165 Seiten an Nebenwirkungen hänge ich ganz unten an.

Diese Impf-Nebenwirkungen in Verbindung mit einer mRNA Sars CoV-2 Impfung wurden laut WHO Datenbank VigiAccess bis 19.5. gemeldet.

Die VigiAccess Datenbank des Uppsala Monitoring Centre (UMC) in Schweden erfasst im Auftrag der WHO alle Impf-Nebenwirkungen, die weltweit gemeldet wurden.

Todesfälle (Stand 19.5.21):

-5066 davon 503 plötzliche Todesfälle.

Schwere Nebenwirkungen (Stand 17.5.21): - In Prozent der Vergleich zu vor 14 Tagen:

-30.123 (plus 27%) Herzprobleme davon 1.019 Herzinfarkte (plus 42%) u. 471 Akute Herzinfarkte
-75.256 (plus 33%) Erkrankungen der Atemwege
-38.718 (plus 35%) Gefäßerkrankungen
-31.532 (plus 22%) Störungen des Blut- und Lymphsystems
-27.319 (plus 33%) Augenerkrankungen davon 497 (plus 58%) Fälle von Blindheit
-22.285 (plus 30% ) Störungen des Gehör- und Gleichgewichtsorgans
-376.560 (plus 23%) Störungen des Nervensystems

>>> https://www.docdroid.net/m42s3Ea/vigiaccess-165impfnebenwirkungen17521-pdf oder direkt unter Angabe des Produktnamens (z.b. Comirnaty) bei >>> http://www.vigiaccess.org/
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER