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Ausland

WHO warnt vor dritter Pandemiewelle in Afrika

Freitag, 4. Juni 2021

/picture alliance, Denis Farrell

Johannesburg – Während die Industrieländer den Höhepunkt der Coronakrise anscheinend hinter sich haben, kämpft Afrika mit rasant steigenden Infektionszahlen und Impfstoffmangel. Angesichts der Lage warnte die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) gestern, dass Afrika nicht auf eine dritte Pandemiewelle vorbereitet sei. Besonders betroffen seien Uganda sowie die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, Kinshasa.

„Viele afrikanische Krankenhäuser und Kliniken sind noch lange nicht darauf vorbereitet, einen enormen Anstieg an schwer erkrankten Patienten zu bewältigen“, sagte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti.

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„Die Gefahr einer dritten Welle in Afrika ist real und nimmt zu“, fügte sie hinzu. Afrika hat nach Angaben der WHO offiziell über 4,8 Millionen Coronainfektionsfälle und 130.000 Todesfälle registriert. Das entspricht 2,9 Prozent der weltweiten Fälle und 3,7 Prozent der Todeszahlen.

Bei einer Umfrage der WHO im Mai kam heraus, dass die meisten der 23 untersuchten Länder in Afrika weniger als ein Intensivbett pro 100.000 Einwohner haben. Nur ein Drittel verfügte über Beatmungs­geräte. Im Vergleich dazu haben Länder wie Deutschland und die USA mehr als 25 Intensivbetten pro 100.000 Einwohner.

In den vergangenen Wochen erlebte der Kontinent einen Anstieg der Infektionen. Besonders besorgt zeigte sich die WHO wegen „exponentiell“ steigender Coronazahlen in Kinshasa Ende Mai. „Die dritte Welle von COVID-19 ist bereits da", sagte ein Vertreter des kongolesischen Ge­sund­heits­mi­nis­teriums. Es handele sich um die Delta-Variante, die erstmals in Indien nachgewiesen wurde und die Beta-Variante aus Südafrika. „Diese Welle könnte tödlicher sein als die vorherigen“, warnte er und führte den Anstieg auf die Missachtung von Abstands- und Hygieneregeln zurück.

In Uganda stieg die Zahl der Fälle innerhalb einer Woche um 131 Prozent, mit Ausbrüchen in Schulen und einem Anstieg der Fälle unter Mitarbeitern des Gesundheitswesens. Auch in Angola und Namibia stiegen die Zahlen an.

Südafrika, offiziell das am stärksten betroffene Land des Kontinents, verschärfte zuletzt die Coronabe­schränkungen wieder. Das Land meldete mehr als 56.000 Menschen, die an den Folgen einer Corona­infektion starben.

Gleichzeitig ist der Kontinent mit einem Mangel an Impfstoffen konfrontiert und die Lieferungen sind in Afrika fast zum Stillstand gekommen, erklärte die WHO. Die Organisation hofft in den kommenden Monaten auf neue Lieferungen durch das internationale Covax-Programm.

Nur zwei Prozent der Afrikaner haben bis heute mindestens eine Impfung erhalten, während 24 Prozent der Weltbevölkerung geimpft sind. Sechs Länder haben noch gar nicht mit der Impfung begonnen, vier davon liegen in Afrika: Tansania, Burundi, Tschad und Eritrea. © afp/aerzteblatt.de

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