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Medizin

Blasenkrebs: Nivolumab nach Operation verlängert krankheitsfreies Überleben

Freitag, 4. Juni 2021

/Sebastian Kaulitzki, stockadobecom

New York – Die adjuvante Behandlung mit dem Checkpoint-Inhibitor Nivolumab, der durch Bindung am PD1-Rezeptor den Angriff von T-Zellen auf Krebszellen stimuliert, hat in einer randomisierten Studie im New England Journal of Medicine (2021; DOI: 10.1056/NEJMoa2034442) die krankheitsfreie Überlebenszeit von Patienten mit muskelinvasivem Urothelkarzinom nach einer radikalen Chirurgie nahezu verdoppelt.

Die Standardbehandlung eines muskelinvasiven Urothelkarzinoms besteht in der kompletten Entfernung von Blase (Zystektomie) beziehungsweise von Harnleiter und Niere (Nephroureterektomie), wenn sich der Tumor in Ureter oder Nierenbecken befindet. Trotz der radikalen Operation kommt es bei vielen Patienten zu einem Tumorrezidiv. Die Leitlinien empfehlen eine neoadjuvante, also präoperative Chemotherapie mit Cisplatin, die jedoch nicht alle Patienten erhalten.

Die Studie „Checkmate 274“ hat in den letzten Jahren untersucht, ob eine adjuvante, also postoperative Behandlung mit Nivolumab die Therapieergebnisse verbessern kann. An der Studie nahmen an 156 Zentren in 29 Ländern (mit deutscher Beteiligung) 709 Patienten teil, die sich nach der Diagnose eines muskelinvasiven Urothelkarzinoms (zu etwa 80 % in der Harnblase) einer radikalen Operation unterzogen hatten.

Etwa 44 % hatten eine neoadjuvante Chemotherapie erhalten. Bei 40 % lag die Expression von PD-L1 bei über 1 %. Die Patienten wurden auf eine Behandlung mit Nivolumab (240 mg i.v. alle 2 Wochen über maximal 1 Jahr) oder Placebo randomisiert. Die primären Endpunkte waren das krankheitsfreie Über­leben in der Gesamtgruppe sowie bei den Patienten mit einer hohen PD-L1-Expression.

Wie das Team um Matthew Galsky vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York berichtet, vergingen in der Nivolumabgruppe 20,8 Monate bis zum erneuten Krebswachstum gegenüber 10,8 Monaten in der Placebogruppe. Der Anteil der Patienten, die 6 Monate nach der Behandlung noch am Leben und krankheitsfrei waren, betrug in der Nivolumabgruppe 74,9 % und in der Placebogruppe 60,3 %. Galsky ermittelt eine Hazard Ratio von 0,70, die mit einem 98,22-%-Konfidenzintervall von 0,55 bis 0,90 hoch signifikant war.

Besonders günstig waren die Ergebnisse bei Patienten, die zuvor eine neoadjuvante Chemotherapie mit Cisplatin erhalten hatten (Hazard Ratio 0,52; 95-%-Konfidenzintervall 0,38 bis 0,71).

Bei den Patienten mit einer PD-L1-Expression von 1 % oder mehr kam es bei 74,5 % beziehungsweise 55,7 % zu einer erneuten Krankheitsprogression (Hazard Ratio 0,55; 98,72-%-Konfidenzintervall 0,35 bis 0,85). In dieser Gruppe waren die Unterschiede auch nach 48 Monaten noch vorhanden, was auf eine Verbesserung der Überlebenszeit hoffen lässt, was sich allerdings derzeit noch nicht abschätzen lässt.

Auch der Anteil der Patienten, bei denen Metastasen außerhalb des Urotheltraktes gefunden wurden, war in der Nivolumabgruppe geringer. Auch hier scheinen die Ergebnisse in der Gruppe mit einer vermehrten PD-L1-Expression besser zu sein.

Die Behandlung mit Nivolumab führte häufiger zu Nebenwirkungen vom Grad 3 oder höher (17,9 % versus 7,2 %). Am häufigsten kam es zu einem Anstieg von Amylase (5,1 %) oder Lipase (3,7 %). Insge­samt 2 Patienten starben behandlungsbedingt an einer Pneumonitis. © rme/aerzteblatt.de

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