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Medizin

Nasale Gabe von IgM-Antikörpern schützt Mäuse auch vor SARS-CoV-2-Varianten

Freitag, 4. Juni 2021

/freshidea, stock.adobe.com

Houston – Die nasale Gabe eines monoklonalen IgM-Antikörpers, der SARS-CoV-2 deutlich besser neu­tralisiert als bisherige IgG-Antikörper, hat in einer präklinischen Studie in Nature (2021 DOI: 10.1038/s41586-021-03673-2) Mäuse vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 und einer Erkrankung ge­schützt, wobei sich die Schutzwirkung auch auf verschiedene Virusvarianten erstreckte.

IgM-Antikörper werden nach einer Virusinfektion früher gebildet als IgG-Antikörper. Anders als diese gelangen sie auch in die Schleimhäute, wo sie weitere Angriffe des Erregers abwehren können. IgM-Antikörper bestehen aus 5 oder 6 Einheiten mit jeweils 2 Bindungsstellen. Sie können deshalb Viren und andere Erreger im Prinzip besser abfangen als IgG-Antikörper, die nur 2 Bindungsstellen haben.

Die Produktion von IgM-Antikörpern ist jedoch schwieriger als von IgG-Antikörpern, weshalb sie bisher klinisch nicht eingesetzt werden. Dies könnte sich in den nächsten Jahren ändern, da einige Probleme bei der Herstellung inzwischen behoben wurden. Die Firma IGM Biosciences aus Mountain View/Kalifornien kann nach eigenen Angaben IgM-Präparate in genügender Menge produzieren, um sie in klinischen Studien einzusetzen.

Zum Repertoire der Firma gehören auch IgM-Antikörper gegen SARS-CoV-2. Ein Team um Zhiqiang An vom UT-Health Texas Therapeutics Institute in Houston hat die IgM-Antikörper zunächst in Laborstudien getestet und dann an Mäusen untersucht, ob die Antikörper SARS-CoV-2 neutralisieren und die Tiere vor einer Infektion schützen.

Besonders vielversprechend waren die Ergebnisse mit dem Antikörper IGM-6268, der deutlich stärker am S-Protein von SARS-CoV-2 (oder einem vergleichbaren Laborvirus) bindet als derselbe Vertreter eines IgG-Antikörpers. In den Laborexperimenten schützten die IgM-Antikörper auch vor verschiedenen Virus­varianten, darunter auch die als besorgniserregend eingestuften B.1.1.7 (England), P.1 (Brasilien) und B.1.351 (Südafrika).

Ein weiterer Vorteil von IgM-Antikörpern ist, dass sie nach lokaler Applikation die Schleimhäute gezielt schützen können. Eine intranasale Anwendung wäre in der Frühphase der Erkrankung problemlos möglich. Der Einsatz der zugelassenen IgG-Antikörper-Präparate scheitert häufig daran, dass sie intra­venös gegeben werden müssen. Sie erreichen auch bei einer hochdosierten Gabe nicht die Schleimhäute in den Atemwegen.

Die US-Forscher berichten, dass die IgM-Gabe Mäuse vor einer Ansteckung schützen konnte und nach einer Infektion die Virusmenge in Nase und Lungengewebe deutlich gesenkt hat. Eine Resorption in den systemischen Kreislauf fand nur in sehr geringem Ausmaß statt, was die Sicherheit bei einer nasalen Anwendung erhöhen könnte. Der Hersteller möchte bereits im Herbst mit klinischen Studien beginnen. © rme/aerzteblatt.de

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