NewsPolitikSpahn korrigiert Coronaimpfprognose für Erwachsene nach unten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Spahn korrigiert Coronaimpfprognose für Erwachsene nach unten

Montag, 7. Juni 2021

/picture alliance, Sachelle Babbar

Berlin – Angesichts der Aufhebung der Impfpriorisierung heute hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) die Bürger um mehr Geduld gebeten und gleichzeitig seine Impfprognose nach unten korrigiert. „80 Prozent der impfwilligen Erwachsenen werden bis Mitte Juli mindestens einmal geimpft sein“, sagte Spahn der Bild am Sonntag. Bei der Talkshow Anne Will vergangene Woche hatte Spahn noch von 90 Prozent bis Mitte Juli gesprochen.

Zur Aufhebung der Impfreihenfolge sagte der Minister: „Nicht alle können gleichzeitig am Montag einen Termin bekommen.“ Er bitte daher um „Nachsicht mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Arztpraxen und Impfzentren“.

Anzeige

Noch sei nicht genug Impfstoff für alle da. Aber bei der Wartezeit auf den Impftermin gehe es „jetzt um Wochen, nicht um Monate“, betonte Spahn.

Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), rechnet mit einem „Ansturm“ auf die Arztpraxen. „Bitte haben Sie Geduld und bedrängen Sie nicht die Ärzte und Ärztinnen und deren Teams“, sagte er in der Neuen Osnabrücker Zeitung (Samstag).

In der kommenden Woche stehen laut Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) rund 6,7 Millionen Impfdosen zur Verfügung. Die Betriebsärzte, die ab heute offiziell in die Impfkampagne aufgenommen werden, erhalten demnach insgesamt 702.000 Dosen des Vakzins von Biontech, die Praxen 2,6 Millionen Biontech-Dosen, 304.800 Astrazeneca-Dosen und 513.600 Dosen des Einmal-Impfstoffs von Johnson & Johnson. Die Impfzentren der Länder sollen mit 1,6 Millionen Biontech-Dosen, 480.000 Astrazeneca-Dosen und 540.000 Dosen Moderna beliefert werden.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, bemängelte derweil die Zahl der bei den Betriebsärzten zur Verfügung stehenden Impfdosen. „Die Unternehmen berichten von sehr geringen Mengen Impfstoff, die zugeteilt werden. Einige zögern sogar, schon anzufangen, weil sie von Tausenden Mitarbeitern nicht ein paar Dutzend bevorzugen wollen“, sagte Russwurm der Bild am Sonntag.

„Dabei könnte das Impfen laufen wie das Breznbacken, wenn die Betriebsärzte mehr Impfstoff bekämen. Da hätte ich mir von der Politik mehr Wumms erhofft“, fügte Russwurm hinzu.

Heute wird in Deutschland die Priorisierung für die Coronaimpfungen aufgehoben, wobei die Bundesländer abweichende Vorgaben machen können. Dann können sich grundsätzlich alle hier lebenden Menschen ab zwölf Jahren impfen lassen. © afp/dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER