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Tropenmediziner: Coronavirus ist noch nicht besiegt

Montag, 7. Juni 2021

Emil Reisinger, Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock. /picture alliance, Jens Büttner

Rostock – Trotz der niedrigen Zahl von Coronaneuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern rät der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger weiter zur Vorsicht im täglichen Leben und Einhaltung der sogenannten AHA-Regeln.

„Wir haben das Virus im Griff, aber es ist noch nicht besiegt. Die Infektionsgeschwindigkeit hat sich verlangsamt. Und das Virus wird nicht verschwinden“, sagte Reisinger. Gestern lag die Sieben-Tage-Inzidenz in MV bei 8,6, der deutschlandweit niedrigste Wert.

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Es sei sehr erfreulich, dass die Inzidenzen wegen des Lockdowns zurückgegangen sind, so der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock. „Jetzt übernehmen zunehmend die Impfungen diese Funktion des Lockdowns.“ Derzeit sei rund die Hälfte der Menschen erstgeimpft. „Das bedeutet aber auch, dass etwa 800.000 Menschen noch keinen Schutz haben.“

Die Situation in Großbritannien begründe die Vorsicht. Dort steht die für den 21. Juni angepeilte Aufhe­bung aller Coronamaßnahmen infrage, weil sich die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante zuneh­mend ausbreitet. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die schon bei 15 war, liege wieder bei über 40. Die Delta-Variante mache in manchen Grafschaften schon drei Viertel der nachgewiesenen Fälle aus. Schottland habe bereits geplante Lockerungen aufgeschoben.

Gleichzeitig dürfe nicht vergessen werden, dass sich weltweit noch täglich mehrere Hunderttausend Menschen anstecken. Die bedeute auch, dass sich immer wieder neue Varianten bilden können.

Reisinger ging davon aus, dass sich die Delta-Variante auch in MV zeigen wird. „Wenn viele Menschen bis dahin geimpft sind, wird die indische Variante keinen großen Schaden mehr anrichten könnten.“ Sollten die Inzidenzen moderat bis auf 30 bis 40 ansteigen, sei auch die wirtschaftliche Erholung nicht in Gefahr. © dpa/aerzteblatt.de

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