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Ausland

Organisationen wollen Impfstoff-Initiative Covax stärken

Dienstag, 8. Juni 2021

/picture alliance, Adel Ezzine

Bonn – Im Rahmen der internationalen Covax-Initiative hat Unicef in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben mehr als 80 Millionen COVID-19-Impfdosen für ärmste Länder und Krisenregionen verteilt. Bis Ende dieses Jahres sollen zwei Milliarden Impfdosen ausgeliefert werden, wie das Kinder­hilfswerk der Vereinten Nationen heute in Köln mitteilte. Die Covax-Initiative soll Impfstoffe für ärmere Länder zur Verfügung stellen.

Der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider, betonte: „Erst wenn das Virus weltweit besiegt ist, sind wir alle sicher. Wir müssen deshalb alles dafür tun, dass COVID-19-Impfstoffe allen zur Verfügung stehen, auch Menschen in den ärmsten Ländern.“ Das sei auch eine Frage der globalen Gerechtigkeit.

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„Es macht Hoffnung, dass sich nun auch große Player aus der deutschen Wirtschaft und Philanthropen an dieser gemeinsamen Kraftanstrengung beteiligen. Mit jedem Gesundheitshelfer, der vor dem Virus geschützt ist, kann zum Beispiel die Versorgung von zahlreichen Kindern sichergestellt werden“, so Schneider. Mit jedem geimpften Lehrer könnten auch immer mehr Kinder zum Unterricht zurückkehren.

Am selben Tag teilte Save the Children mit, dass fast 60 Prozent der Menschen in Deutschland vor dem anstehenden Gipfel der sieben Industriestaaten Forderungen nach mehr globaler Impfgerechtigkeit unterstützten. Bei einer Umfrage im Auftrag der Organisation befürworten demnach 57 Prozent der Befragten, dass die G7-Staaten mehr COVID-19-Impfdosen an benachteiligte Länder abgeben.

In vier anderen G7-Ländern, in denen die Umfrage ebenfalls stattfand, waren es laut Save the Children zwischen 60 und 67 Prozent. Ein Großteil der Befragten in Deutschland, Frankreich, den USA, Kanada und Großbritannien habe sich zudem dafür ausgesprochen, dass die G7-Staaten den finanziellen Bedarf für ausreichend COVID-Impfstoffe, Medikamente und Tests für ärmere Länder sicherstellten.

Nach Berechnungen von Save the Children sind dafür bis Ende des kommenden Jahres 66 Milliarden Dollar nötig. Der individuelle Anteil pro G7-Land sollte entsprechend seiner Wirtschaftsleistung erfolgen, fordert die Organisation.

„Jetzt ist die Zeit, um aktiv zu werden, damit die Pandemie endlich auf der ganzen Welt bekämpft werden kann“, erklärte Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland. Globale Solidarität sei für die meisten Menschen in Deutschland kein Fremdwort, obwohl viele mit Ungeduld auf einen Impftermin warteten. „Aber während in den reicheren Ländern immerhin die Aussicht auf eine baldige Impfung besteht, liegt dies für die meisten Menschen auf der Welt noch in weiter Ferne.“

Save the Children begrüßte, dass die Bundesregierung bis Ende des Jahres über die EU 30 Millionen Impfdosen an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen abgeben werde. „Das muss jedoch schnellstmöglich und über Covax passieren, parallel zur nationalen Impfstoffkampagne.“ Nötig sei weiterhin eine nachhaltige Finanzierung unter anderem von Covax durch alle G7-Staaten. © kna/aerzteblatt.de

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